Das war also Kuba

KUBA

Auch in Kuba haben wir ein paar Sachen gelernt:

Kubanerinnen lieben Netzstrümpfe! Da muss wohl vor 25 Jahren eine Riesenladung aus der Sovietunion gekommen sein.

Scheinbar ist Fleisch eine Form von Gemüse, denn sonst gäbe es keine Händelstücke Hendlstücke in der Gemüsesuppe, Speck auf der Gemüsepizza und Rindfleisch in der Minestrone. Abgesehen davon ist es quasi unmöglich ein vegetarisches Gericht zu finden (Ausnahme Grindpizza, siehe nächster Punkt)

Es ist unfassbar, aber wir haben es fast geahnt: Kubaner essen lieber ihre grausliche, letschate Grindpizza statt einer echten, dünnen, krossen, guten, italienischen Pizza. Wir haben zwar nur El Chino befragt, weil er der einzige Kubaner ist den wir kennengelernt haben, der schon mal in Italien war, aber wir gehen davon aus, dass man das verallgemeinern kann. Kubaner lieben ihre Grindpizza.

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Zwei Währungen machen alles kompliziert, vor Allem wenn sie im normalen Sprachgebrauch den selben Namen haben: “Peso”
Eigentlich heißen die Währungen Peso Cubano (CUP) und Peso Cubano Convertible (CUC). Kein Wunder, dass sie gleich genannt werden. Das Problem ist nur, dass ein CUP nur ein 25stel von einem CUC wert ist. Kaum zu glauben, dass wir nur einmal mit der falschen Währung gezahlt haben.

Stifte sind Mangelware. Wenn wir keine unnötigen Sachen von den Leuten in der Straße kaufen wollten, wurden wir immer nach Stiften gefragt. Teilweise wurde auch Gewand gefordert.

Kuba hat eine große Gemeinsamkeit mit den USA: Anstellen. Ob für Eis, vor der Bank oder vor der Telekom, es gibt immer und überall Schlangen. In den USA kennen wir das zwar nur von Restaurants, aber es hat uns trotzdem zurückerinnert.

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Was wir erwartet haben wurde bestätigt. Es gibt hunderte Salsagötter. Die  gleiten über die Tanzfläche und jede Bewegung stimmt perfekt.

Irgendwie denken Kubaner nicht wirklich Lösungsorientiert.

  • Beispiel 1: Acht Polen suchen eine Unterkunft, die Casa hat sieben Betten. Als die Polen die Casa wegen fehlendem Bett nicht nehmen ist Taxifahrer stinksauer (er wollte ja seine Provision). Erst nach einer Stunde hin u. herfahren und weitere Casas anschauen, kommt die glorreiche Idee auf, noch ein weiteres Bett in eines der Zimmer zu stellen. So landen sie am Ende eh in der Unterkunft des Taxifahrers.
  • Beispiel 2: Wir wollen von Santiago de Cuba nach Guantanamo mit dem Zug fahren. Wir gehen zum Bahnhofsschalter um uns zu erkundigen: „Nein es gibt keinen Zug nach Guantanamo“. Wir wissen vom Reiseführer, dass es nach Guantanamo Züge gibt. Also fragen wir: hier sind Züge? „Ja.“ In Guantanamo sind Züge? „Ja.“ Wir können auch Umsteigen. „Es gibt keine Züge von hier nach Guantanamo.“ Wenn es Züge hier und dort gibt, und man von beiden Orten bis nach Havanna kommt, dann kann da irgendwas nicht stimmen. Wir haben trotzdem aufgegeben.
  • Beispiel 3: Wir wollen von Havanna Zentrum zum Busbahnhof mit einem Sammeltaxi fahren. Fragen Einheimische, ob die vorbeifahrenden Collectivos in die Nähe fahren. „Nein, nein, das geht hier nicht ihr müsst ganz wo anders hin und dort in ein Sammeltaxi steigen, die fahren zur Calle 26!“ Dass die Calle 26 auch mit unserer Straße eine Kreuzung hat, ist den Leuten wohl nicht bewusst. Wir haben die Tipps ignoriert und haben das nächste Collectivo genommen und sind 800 Meter neben dem Busbahnhof wieder ausgestiegen. Genauso, wie wir es beim Lesen der Karte erwartet haben.

Kubaner sind Gschichtldrucker: angefangen bei kleinen Lügen über Busabfahrten „Ich glaube der Bus fährt heute nicht, nehmt lieber das Taxi“. Bis hin zu völlig dreisten Geschichten wie dem Casabesitzer in Havanna, der felsenfest erklärte, dass unser Taxifahrer gerade angerufen hat um zu sagen, dass sein Auto kaputt ist. Während das Taxi im gleichen Moment vor der Türe ankommt.

Ergänzung (08.01.2016):

Da uns ein paar fleißige BlogleserInnen gefragt haben, ob uns denn Kuba gar nicht gefallen hat möchten wir unseren Gesamteindruck ein wenig ergänzen.

Natürlich gab es einige negative Erlebnisse (Gestohlenes Handy, man wird als herumwandelnde Geldscheine gesehen…) , die den ganzen Kubaaufenthalt negativ behaftet haben.Vor allem zu der Zeit als wir die Artikel geschrieben haben, haben wir uns teilweise noch sehr darüber geärgert. Aber wie so oft sieht man erst im Nachhinein die tollen Dinge, wenn sie einem abgehen/ wenn man merkt was fehlt/dass etwa fehlt… Wie zum Beispiel die wirklich schöne und offene Stimmung am Abend: Das Leben findet draußen statt und aus jeder Ecke hört man Musik und oft wird auch getanzt. Dieses Nacht-/Abendleben geht uns besonders jetzt hier in Asien ab, wo um 21.00 alles wie ausgestorben ist.

Ein Gedanke zu „Das war also Kuba

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