Santiago de Handyfladeranten

Freitag 23.10.2015

Ankunft in Santiago de Cuba um 07.00 Uhr in der Früh. Wir verlassen den Busbahnhof und werden, wie gewohnt, von allen Seiten mit Angeboten bombardiert. Wie sonst auch immer, fischen wir uns den günstigsten Casa-Anbieter heraus und fahren mit ihm (Eglis) zu seiner Mutter Nancy.

Weil das Schlafen im Bus nicht ganz so geklappt hat, legen wir uns im Zimmer noch einmal für 3 Stunden ins Bett. Um 11.30 Uhr geht es dann hinaus um die Stadt zu erkunden.

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Flo sucht den Schatten

Es ist so unmenschlich heiß und feucht, dass wir unserer Lieblingsbeschäftigung in Kuba nachgehen: Limo trinken. Blöder weise (oder vielleicht doch angenehm?) beginnt es während wir unter dem Terrassendach unser Zitronenwasser trinken wieder einmal zu schütten. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als den halben Nachmittag hier zu verbringen.

Wir lesen ein bisschen im Lonely Planet und entscheiden uns bei Regenende ins Rum-Museum zu gehen. Gesagt, getan. Leider war alles nur spanisch beschriftet und wir wissen jetzt nicht wirklich viel mehr über Rum als vorher.

Das originale Bacardilogo mit der Fledermaus aus der Fabrik
Das originale Bacardilogo mit der Fledermaus aus der Fabrik

Beim hinausgehen werden wir im Eingangsbereich vom Museum wieder von einem jinetero (ein Kubaner, der irgendetwas andrehen möchte) belagert. Er erzählt uns, was man in Santiago nicht alles machen kann, und dass wir doch am besten gleich mit ihm einen Termin ausmachen sollen. Wir sagen hunderte male „Nein, Danke“ und im Normalfall würden wir in so einer Situation ja einfach weitergehen, aber er hat uns so lange aufgehalten, dass es wieder begonnen hat aus Kübeln zu schütten. Wir mussten also mit ihm unter einem Dach bleiben ?.  Irgendwie haben wir ihn dann doch abwimmeln können. Der Regen hört auf und wir gehen nach einem Abendessen wieder nach Hause.

Samstag 24.10.2015

Das Programm ist ähnlich zu dem gestrigen: Stadt erkunden. Heute sind wir ein bisschen früher unterwegs, was uns mehr Zeit vor dem nachmittäglichen Regen verschafft.

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Wir besuchen das älteste noch stehende Haus Kubas (vom ersten Gouverneur der Insel) und fotografieren mal wieder nur mit Flos Handy ?.

Auch heute ist die Hitze unerträglich. Neben vielen anderen Dingen, gehört auch Wasser zu teilweise schwer erhältlichen Produkten in Kuba. Wir irren mehr als eine halbe Stunde umher auf der Suche nach einem Geschäft, dass nicht nur Softdrinks und Bier, sondern auch Wasser anbietet.

Als wir endlich unseren Durst stillen konnten, setzen wir uns in den Schatten am Hafen. Haben wir schon erwähnt, dass es heiß war? Und haben wir schon erwähnt, dass in Santiago andauernd jemand kommt um uns was anzudrehen? So passiert es auch jetzt: ein Fahrradtaxifahrer kommt und zeigt uns in seinem Büchlein seine angebotenen Touren. Zuerst, lehnen wir wie gewohnt sofort ab, aber dann plaudert Flo ein wenig mit Emilio. Er stellt sich als ein sehr netter Kerl heraus weswegen wir doch zustimmen und mit ihm zum Friedhof fahren. Hier sind die Gräber von kubanischen Helden wie etwa Jose Martí, sowie eine alle halbe Stunden stattfindende „Militärzeremonie“ zu betrachten.

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Der Nachmittag bricht an und der Regen kommt. Wir planen am nächsten Tag weiter nach Baracoa zu fahren und erkundigen uns dafür am Busbahnhof wo wir zufällig auf Eglis (unseren Vermieter) treffen, der uns ein Taxi um den selben Preis wie 2 Bustickets anbietet. Wir nehmen das Angebot an.

Emilio unser Fahrradfahrer bringt uns nach Hause, wo wir unseren Text für den Havanna Blog fertigstellen. Wir gehen Abendessen und dann zum Plaza de Marte, wo es WLAN gibt.

Dort ist aufgrund der großen Nachfrage nach Internet keine Sitzbank mehr frei. Wir setzen uns auf den Steinboden in einem Säulenpavillon. Flo arbeitet am Laptop während Lisa auf beiden Handys noch nach fehlenden Fotos für den Blogeintrag sucht. Schließlich legt Lisa beide Handys auf den Boden unter das von ihren abgewinkelten Beinen geformte Dach. (Zur besseren Vorstellung: Popsch und Füße sind am Boden, die Knie abgewinkelt wodurch die Beine ein dreieckiges Dach formen)  Flo sitzt daneben mit seinem Laptop am Schoss. Wir beide schauen auf den Bildschirm und laden den Havanna-Blog mit Fotos fertig hoch. Plötzlich fragt Flo nach seinem iPhone: ES IST NICHT DA! Da wo vorher beide iPhones nebeneinander unter Lisas Beinen gelegen sind liegt nur mehr Lisas. FUCK! Wie konnte das passieren? Einfach gefladert! Wir haben beide keinen Menschen vorbeigehen bemerkt und kommen später zu dem Schluss, dass es wohl von hinten weggefischt worden sein muss. Dass Lisas Beine ihr (bzw. uns) auch noch die Sicht auf das Handy versperrt haben, hat dem Dieb den ungesehenen Diebstahl noch erleichtert. Ok schnell mim Lapttop probieren anzurufen (Lisas scheiß Yesss-Vertrag hat keinen Empfang in Kuba) Anfänglich läutet es noch aber dann hört man nur mehr die Mobilbox. Der Dieb hat es anscheinend schon abgedreht. Ah da ist eine Gruppe an Polizisten: vielleicht können die uns ja irgendwie helfen. Haha die haben nur blöd gegrinst und sind zu siebzehnt um uns herum gestanden und haben nicht wirklich gewusst was zu tun ist. Nicht einmal andere Leute haben sie gefragt ob die was gesehen haben… Ziemlich unnötig. Ok bei Drei anrufen und Simkarte sperren lassen und Handy via iCloud sperren.

Ende Gelände. Scheiße.

Sonntag, 25.10.2015

Unser Taxi nach Baracoa kommt laut unserer Vermieterin um 11:00 Uhr. Das heißt, wir haben noch genug Zeit, um noch schnell zu einem der vielen Handy-Läden hier zu gehen und zu fragen, ob denn nicht zufällig ein iPhone 5S seit gestern Abend zu Verkauf steht. Leider müssen wir feststellen, das Sonntag ist und die Geschäfte daher geschlossen haben. Eine nette Dame namens Dania, die neben der verschlossenen Türe steht bietet uns an sich für uns zu erkundigen und wir bekommen ihre Telefonnummer. Wir sollen sie in 2 Tagen wieder anrufen. Unsere Hoffnung ist zwar gering aber wir wollen zumindest sagen, dass wir alles probiert haben. Der Dieb selbst kann ja mit Flos Handy wenig (eigentlich gar nichts) anfangen. Es funktioniert nur mit einer österreichischen Drei-Simkarte und weil es in einem iCloud-Account angemeldet ist kann man es auch nicht ohne Passwort zurücksetzen, geschweige denn andrehen.

Wir gehen also wieder nachhause und packen unsere Sachen.

Um 10:15 steht mal wieder überpünktlich unser Taxi vor der Türe. Nancy (unsere Vermieterin) sagt, dass wir uns nicht stressen müssen, und dass wir sicherlich noch 10 Minuten Zeit haben. Fertig gepackt setzen wir uns zum Fahrer ins Auto und warten. Lange. Sehr lange. Sehr heiß. Es stellt sich irgendwann heraus, dass wir auf Eglis warten und wie in der Früh angekündigt eh erst um 11:00 Uhr losfahren. Ahja wir hätten diese halbe Stunde auch im kühlen Zimmer verbringen können.

Flo wartet auf die Abfahrt, ohne iPhone
Flo wartet auf die Abfahrt, ohne iPhone
So schlimm ist es doch nicht
So schlimm ist es doch nicht, wenigstens hat er einen coolen Hut

Bevor es tatsächlich nach Baracoa geht müssen wir erst 8 weitere Mitfahrer aus Polen abholen und diese mussten dann auch noch etwas erledigen bevor es wirklich wirklich losgeht: eine Hautnaht aus einer Fingerwunde ziehen lassen. In der Apotheke. Gestern haben sie es im Spital versucht aber das ist anscheinend in Kuba nicht der richtige Ort für solche Sachen. Nagut. Um 12.00 Uhr geht es tatsächlich, wirklich, ohne Witz, raus aus Santiago! Es folgen angeblich ca. 3 1/2 Stunden Autofahrt.

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