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Trek to Inle

Samstag, 13.02.2016

Um etwa 04.00 Uhr Früh kommen wir in Kalaw an. Schlaftrunken verlassen wir den Bus und schauen ein wenig herum wegen einem Zimmer. Wir finden ein mäßig Günstiges und liegen um 04:30 im Bett. Um 07.00 Uhr heißt es wieder aufstehen, frühstücken (leckere Jelly-Marmelade) und uns nach Tekking-Touren von Kalaw zum Inle Lake zu erkundigen. Wir finden dann eine günstige Tour, die auch erst um 9.30 Uhr losgeht. Mit uns in der Gruppe sind Karolina, eine in China lebende Polin, Isaac und Kavita aus England und zwei Spanier, die uns aber bald verlassen, weil wir am Weg eine 100% spanische Gruppe treffen und da haben sie sich doch ein bisschen wohler gefühlt. Unser Guide ist eine 22 jährige Einheimische, sehr herzige und noch recht unerfahrene (seit drei Monaten dabei) Reiseführerin und heißt Shwe U.

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Bäuerin am Chilifeld
Bäuerin am Chilifeld

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Zu Mittag müssen wir leider feststellen, dass das Essen auf diesem Trek wohl nur halb so gut wie in Hsipaw sein wird 🙁 Ein weiterer Unterschied zu dem Trek in Hsipaw ist, dass wir etwas mehr gehen und nicht nach dem Mittagessen das Tagespensum erreicht haben. Das finden wir aber gar nicht schlimm und um 16.00 erreichen wir unseren Homestay für die Nacht. Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir kartenspielend auf der kleinen Terrasse vor dem Häuschen. Immer mehr Kinder aus dem Dorf kommen und schauen und gebannt dabei zu. Zu gebannt, denn vor lauter Staunen fließt dem einen Kind schon der Speichel mit Reisresten seitlich aus dem Mund und tropft Lisas Knie damit voll. Mmhh. Dasselbe Kind möchte dann auch gleich ein Bussi auf seine mit Reis und Rotzresten überzogene Wange haben. Nein, leider nicht. Wiederrum anderen Kindern hat es Flos Bart angetan: Heimlich kommt immer wieder von hinten eine kleine Hand und fährt ihm dann durch den Bart was allein auch wegen dem folgenden Gekicher und Gekuder nicht unbemerkt bleiben kann.

Das Abendessen ist dann zum Glück besser als das zu Mittag und nachdem wir uns damit die Mägen vollgestopft haben ist es auch schon Zeit schlafen zu gehen. Es erinnert uns ein bisschen an das Camping-Leben in den USA. Kaum ist es Dunkel, geht man ins Bett. ?

Sonntag, 14.02.2016

Um Punkt 07.00 Uhr gibt es Frühstück: fettige Teigfetzen mit Apfelstücken oder Melanzani-Gatsch. Höchstens akzeptabel. Eine Stunde später sind alle wieder fertig gepackt und marschieren los.

Unser Schlafzimmer am Morgen
Unser Schlafzimmer am Morgen

Das Mittagessen war genau das gleiche wie Gestern: fettige Nudeln mit Ei. Das Essen kann zwar mit dem von unserem letzten Trek in Hsipaw nicht mithalten dafür ist die Landschaft hier beeindruckender. Wir kommen noch bei einem Fluss vorbei, wo wir theoretisch schwimmen gehen könnten, aber wir beobachten lieber den süßen Wasserbüffel, der uns das vormacht.

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Lisa mit Thanaka, die Farbe/Creme die sie sich hier überall ins Gesicht schmieren (angeblich gesund)
Lisa mit Thanaka, die Farbe/Creme die sie sich hier überall ins Gesicht schmieren (angeblich gesund)

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WEIZEN?!!? Wo bleibt das gute Brot?
WEIZEN?!!? Wo bleibt das gute Brot?

Wir erreichen unser Tagesziel – ein buddhistisches Kloster – gegen 16:30 und ruhen uns erst mal aus. Flo bleibt aber nicht lange ruhig sitzen, und spielt mit den Mönchs-Buben ein schnelles Fußballmatch.

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Unser Schlafsaal im Kloster
Unser Schlafsaal im Kloster

Den aufgewirbelten Staub wäscht sich Flo mit eiskaltem Wasser von der Haut und aus den Haaren und lernt abermals den Luxus einer heißen Dusche zu schätzen.

Die Welt ist klein, das wissen wir mittlerweile schon genau. Aber auch hier werden wir wieder daran erinnert und treffen, mitten im Hochland von Myanmar, zwei Wiener aus dem 4. Bezirk. Den restlichen Abend verbringen wir mit unserer Gruppe und den zwei Wienern Kartenspielend und mit ausgezeichnetem Essen im Gemeinschaftssaal.

Trotz des wirklich tollen Essens verbringt Lisa leider die folgende Nacht sowohl sitzend, als auch vornübergebeugt auf dem Klo. ?

Montag, 15.02.2016

Flo hat Geburtstag! Eigentlich wird er durch die Zeitverschiebung erst um 23.30 Uhr 25 aber das ist ja alles nicht so genau zu nehmen. Aufgrund Lisas eher unangenehmen Nacht, beginnt der Tag aber trotzdem vorerst nicht sehr feierlich. Das Frühstück mit Pancakes hingegen gibt schon einen kleinen Vorgeschmack auf die noch folgenden kulinarischen Highlights. Nach dem Frühstück geht es weiter. Cola und Immodium sei Dank erreichen wir ohne böse Zischenfälle um 13.00 das südwestliche Ufer des Inle Sees. Noch ein letztes gemeinsames Mittagessen und danach werden wir mit einem Boot nach Naungshwe am nörlichen Ende des Sees gebracht. Dort wartet auch schon unser Gepäck auf uns und gemeinsam mit Karolina machen wir uns auf zu einer ihr empfohlenen Unterkunft. Diese ist zwar etwas weit weg vom Zentrum aber dafür (für hiesige Verhältnisse) preiswert und schön. Warme Dusche und saubere Bettwäsche und wir sind glücklich. 🙂 Flo bekommt dann auch noch eine tollen „Geburtstagstorte“ und seine Geschenke bevor wir uns am Abend mit Isaac und Kavita im french touch treffen. Ein gutes Restaurant, welches uns schon von mehreren Seiten empfohlen wurde. Ziegenkäse-Salat, Schokolade-Soufflee,… der Himmel auf Erden. Selbst Lisa beginnt wieder zu Essen.

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Lisa ist die letzte Nacht ins Gesicht geschrieben
Lisa ist die letzte Nacht ins Gesicht geschrieben
Am Wegesrand ein kleiner Brand
Am Wegesrand ein kleiner Brand

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Ein letztes Gruppenfoto mit unserem Guide (v.l.n.r.: Isaac, Shwe U, Kavita, Flo, Lisa, Karolina)
Ein letztes Gruppenfoto mit unserem Guide (v.l.n.r.: Isaac, Shwe U, Kavita, Flo, Lisa, Karolina)

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Hier am Inle See rudert man komisch
Hier am Inle See rudert man komisch
Happy Birthday!!!!
Happy Birthday!!!!
Dudu, der Bär
Dudu, der Bär

Mrauk U

Dienstag, 09.02.2016 / Mittwoch, 10.02.2016

Also diese Busfahrt: nachdem wir aus dem Tuktuk in unseren Bus gestiegen sind, heißt es nach etwa einer Stunde, dass wir und alle anderen die nach Mrauk U wollen, aussteigen müssen um auf einen anderen Bus zu warten. Gesagt getan.

Dort erwartet uns eine unglaublich unfreundliche und bestimmerische Frau. Sie erklärt uns, dass unser Bus erst so in 45 Minuten kommen wird und wir sollen dich dort drüben Abendessen. Sie bringt uns dann auch dort hin, denn anscheinend zeigen wir für ihre Ungeduld zu wenig Tatendrang. Beim überqueren der Straße heißt es dann: „Be careful! Be careful!“ Während wir brav den direkten und schnellen Weg über die Straße nehmen quert sie nur langsam und diagonal die Straße dabei steuert sie direkt auf ein fahrendes Moped zu. Wir sind schon an die waghalsigen Fußgänger hier gewöhnt, finden es aber trotzdem lustig wie sie die einzige ist, die in eine brenzlige Situation gerät, aber uns laut „be careful!“ zuruft.

Das Essen bestellt sie dann quasi für uns…

– Sie: „OK, you want the fried noodles? Good noodles!“
– Wir: „Do you also have local food, myanmar food?“
– Sie: „No myanmar food. Good noodles, take noodles“.

Wir zögern, weil wir keine Lust auf fettiges Touristenessen haben, aber damit die Arme nicht vor Ungeduld platzt bestellen wir halt die deppaten fried noodles, die sich dann als – wie erwartet – mäßig gut herausstellen. Ungefähr zehn mal wird uns im Befehlston erklärt, dass wir in etwa 30-45 Minuten wieder drüben bei ihrem Shop sein müssen. Ja wir haben es gecheckt. Gott sei Dank trennen sich unsere Wege sobald wir in den nächsten Bus einsteigen.

Dort allerdings gibt es eine junge Busangestellte, die anscheinend immer das Gefühl hat vor allem der Lisa mit Ziehen und Schieben bzw. Halten des Armes behilflich zu sein. Sei es um den Weg zum Sitzplatz zu navigieren (man kann sich anscheinend auch im Gang zwischen den Sitzen verirren) oder ihr die Stufen aus dem Bus hinaus zu „zeigen“ (zum Glück zieht sie Lisas Arm rechtzeitig nach rechts, sonst wäre sie fast geradeaus weiter durch die Windschutzscheibe gegangen). Hinter unseren Sitzen stapelt sich das Gepäck, welches nicht mehr in den Gepäckraum passt. Wir beanstanden sofort, dass wir unsere Sitze zum schlafen nach hinten kippen wollen. Nach einiger Zeit Herumgeräume haben wir dann auch genug Platz dafür. Allerdings merken wir das Lisas Sitz sich zwar nach hinten lehnen lässt, dort dann aber nicht in dieser Position bleibt. Lisa – das Fliegengewicht – muss sich mit Hilfem ihrer am Vordersitz abgestützten, Beine nach hinten stemmen um zurückgelehnt zu bleiben. Also tauschen wir dann Plätze basteln eine Konstruktion aus unseren Gürteln und dem Hintersitz, so dass der „schwere“ Flo den kaputten Sitz problemlos übernehmen kann.

Weil das aber trotzdem nicht die idealste Schlafposition ist, nimmt sich Flo zwei Decken und legt sich „gemütlich“ im Beinbereich auf den Boden, während Lisa versucht auf den zwei Sitzplätzen zu schlafen. Das klappt trotz der vielen Kurven und des öfteren Steckenbleibens im Sand der Straße relativ gut.

Im Laufe der Nacht werden wir (oder vor allem Lisa) allerdings noch 5 mal geweckt: 4 Mal um unsere Pässe abzugeben bzw. zurück zu bekommen (mitten im Land ohne Grenzübergang), ein weiteres Mal um mitten in der Nacht aus dem Bus auszusteigen. Da wir aber schon oft nur wegen Essen zu verrückten Uhrzeiten unsere Nachtbusse verlassen mussten, fragt Lisa: „Why? Do we have to change the Bus or eat food?“ „Ahhh no“. Der Deutsche auf der anderen Seite des Ganges schläft auch noch und somit beschließen auch wir liegen zu bleiben. Als dann der Bus wieder losfährt setzen wir uns auf und sehen, dass wir die einzigen drei Passagiere sind, die den Bus nicht verlassen haben. Zwanzig Meter weiter steigen alle wieder ein und erzählen, dass wir gerade eine Klippe entlang gefahren sind und dass es anscheinend wirklich, wirklich eng war. ?

Der nächste Stop ist dann das Frühstück. Im gleichen Ort müssen wir auch einige Zeit auf ein Fähre über den Fluss warten. (Eigentlich gab es hier eine Brücke, aber die ist beim letzten Monsun scheinbar weggeschwemmt worden – das schafft Vertrauen!)

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Es folgen ein paar weitere Stunden der Busfahrt bis wir kurz nach 1 Uhr Mittags nach insgesamt 19(!) Stunden Busfahrt endlich Mrauk U erreichen. Wir finden ein günstiges Zimmer und sind völlig fertig von dieser Odyssee. Während wir da so in unserem Bett dösen bekommen wir Besuch von einer Fledermaus, einer Ratte und einigen Geckos. Wie wird das erst in der Nacht werden?

Nachdem wir bis um 16.00 Uhr im Bett dösen, beschließen wir, dass es so nicht weitergehen kann und dass wir unsere kurze Zeit hier im Ort nutzen müssen! Also spazieren wir durch das Dorf und erkunden die Palastruinen und die zwei wichtigsten Tempel in der Nähe. Im Gegensatz zu Bagan erinnert die Architektur hier von außen eher an Militärbunker und von innen an mysteriöse Höhlen mit spiralförmig verlaufenden Gängen.

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Ein Blick in die äußere Spirale
Ein Blick in die äußere Spirale
Nirgendwo sind wir sicher vor der Betelnussspucke
Nirgendwo sind wir sicher vor der Betelnussspucke
Badezimmerlook deluxe
Badezimmerlook deluxe

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angeblich Buddhas Fußabdruck
angeblich Buddhas Fußabdruck

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Donnerstag, 11.02.2016

Zum Frühstück haben wir etwa 30 Minuten damit zu kämpfen eine leere (Tee)Tasse zu bekommen. Nachdem auch das nach drei vollgefüllten Tassen (2x Kaffee und einmal Schwarztee) geklappt hat, machen wir uns auf zu einem Reisebüro.

Unsere Tassensammlung bevor wir endlich die gewünschte leere Tasse bekommen. (Wie man sieht unterscheiden sich hier Kaffee und Schwarztee farblich nicht wirklich)
Unsere Tassensammlung bevor wir endlich die gewünschte leere Tasse bekommen. (Wie man sieht unterscheiden sich hier Kaffee und Schwarztee farblich nicht wirklich – geschmacklich auch kaum: Zuckermilch mit Aroma)

Wie kommen wir von hier zum Inle Lake ohne 24 Stunden im Bus und eine Nacht in einem Kaff zu verbringen? Fazit: das Verkehrsnetz hier in Myanmar entzieht sich jeglicher Logik, ist ein ziemlicher Dreck und nebenbei noch ziemlich teuer. Wir bitten noch bei zwei weiteren Travelagencies um Hilfe, doch die kennen sich schlechter aus als wir. Nach nur 5 Minuten Eigenrecherche (lokale SIM-Karte sei Dank) könnten wir ihren Job übernehmen und dabei noch bessere Auskunft geben. An diesem Morgen bekommt Lisa einen kleinen Grant: nicht nur wegen der Unfähigkeit der Travelagencies (sie haben EINEN Job) sondern aufgrund zweier anderer Gründe:

  1. Es gibt keinen passenden Flug, nicht einmal einen nur halb passenden. Alle Flüge gehen nur sternförmig von Yangon aus. Stimmt nicht ganz, denn es gibt einen Flug vom Inle Lake hier in die Nähe, ABER der existiert NICHT in die ANDERE RICHTUNG!?!?
  2. Wir wollten ein Moped ausborgen aber das ist hier für ausländische Touristen nicht erlaubt! „Grund“: ein Tourist hat sich einmal verletzt. Was bei den Verkehrsverhältnissen hier definitiv nicht die Schuld des Touristen war. Abgesehen davon, sind wir Erwachsene Menschen, die selbst entscheiden können, welche Risiken wir eingehen möchten. Das ist ja so als würde Österreich nach dem Unfall von Prinz Friso allen Holländern das Ski fahren verbieten.

Genug geärgert nun zurück zur Planung unserer Weiterreise:

Im Endeffekt entscheiden wir uns für ein Boot nach Sittwe, ein Flugzeug von Sittwe nach Yangon und anschließend ein Nachtbus von Yangon nach Kalaw. Das ganze dauert zwar auch fast 24 Stunden, ist aber wesentlich komfortabler und mit vielen Verschnaufpausen verbunden. Außerdem ermöglicht es uns den geplanten Trek zum Inle Lake um einen ganzen Tag früher zu starten, als wenn wir die Reise nur mit Bussen antreten würden.

Und statt des Mopeds werden es halt zwei Räder um die etwas weiter entfernten Tempel zu besuchen. ?

Kurze Nebenbemerkung zum Busticket:
Das haben wir übers Telefon bei Greentickets bestellt, einem Anbieter den wir in Mawlamyine über ein Poster entdeckt haben. Der Mitarbeiter war völlig erstaunt, dass am anderen Ende des Telefonhörers ein ausländischer Tourist sitzt. Es hat aber alles sehr gut geklappt, sie haben das Ticket für uns gekauft und einfach darauf vertraut, dass wir es schaffen werden ihnen per Banküberweisung das Geld zukommen zu lassen. Endlich eine Travelagency, die was auf dem Kasten hat! Außerdem können wir jetzt sagen, dass wir in Myanmar Geld überwiesen haben. Auf die altmodische Art in der Bankfiliale und ganz ohne elektronische Hilfe. ?

Und weil wir schon bei Nebenbemerkungen sind, folgt jetzt auch noch eine ganz witzige Geschichte:
Vor ein paar Tagen haben wir bemerkt, dass der Sensor unserer Kamera anscheinend dreckig ist. (Nicht die Linse, denn die haben wir schon brav geputzt). Als wir dann hier in einem der Tempel einen Hobbyfotografen mit relativ großer Kameratasche sehen, fragt Lisa gleich mal ob er zufällig einen Putz-Pinsel für den Sensor hat. „I don’t speak English. French?“ OK, theoretisch sollte Französisch ja für uns auch kein Problem darstellen. Flo hat ja sogar drei Monate in Frankreich in der Schule verbracht, in Französisch maturiert und ein Semester Französisch auf der Uni als Wahlfach belegt. Lisa setzt also alle Hoffnung auf Flo und schaut ihn erwartungsvoll an während sie ihm die Kamera reicht. Er nimmt sie in die Hand und bereitet sich auf einen französischen Satz vor. „Le Sensor.. eeeh…“ Flo schraubt das Objektiv ab und zeigt auf den Sensor: „Not. clean.“ Aaaahja, das hätte Lisa auch ohne Probleme hinbekommen ?

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Die vielen "Monster" hier in den Tempeln finden wir ja eher lieb als furchterregend
Die vielen „Monster“ hier in den Tempeln finden wir ja eher lieb als furchterregend

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Freitag, 12.02.2016

Pünktlich um 06:30 stehen wir am Hafen, wo wir uns an einem Strassenstand noch schnell eine Suppe kaufen. U.N.E.S.S.B.A.R. S.C.H.A.R.F.

Schnell springt noch ein unpünktlicher Fahrgast an Board
Schnell springt noch ein unpünktlicher Fahrgast an Board
Maßanzug
Maßanzug
Beim Versuch uns zu überholen ist der Kapitän dieses kleinen Schiffes scheinbar eingeschlafen und mit uns kollidiert
Beim Versuch uns zu überholen ist der Kapitän dieses kleinen Schiffes scheinbar eingeschlafen und mit uns kollidiert

Die Bootsfahrt dauert etwa 5 Stunden. Wir essen noch schnell ein Mittagessen in der Stadt und fahren anschließend zum Flughafen. Abflug: 16:20. Es stellt sich heraus, dass unsere Fluglinie scheinbar erst seit November existiert und dementsprechend zeigt sie sich noch hoch engagiert. Es gibt während des 60 minütigen Fluges Getränke, zwei Kuchen, Gesichttücher und zum Abschied auch noch Zuckerln. Wir sind begeistert. Nur verstehen konnten wir nichts, selbst die angeblich englischen Durchsagen. Während wir in Yangon auf unser Gepäck warten – welches man sich übrigens einfach selbst aus dem Gepäckswagen holt – reden wir mit einem älteren holländischen Ehepaar und stellen mal wieder fest wie klein diese Welt eigentlich ist: Ihre Eltern stammen ursprünglich aus Österreich/Eggenburg und ihre Tante besitzt dort noch eine Wohnung und kannte wahrscheinlich Flos Großmutter.

Noch schnell eine riesige Pagode in Sittwe besichtigen....
Noch schnell eine riesige Pagode in Sittwe besichtigen….
Check-in Schalter
Check-in Schalter

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Gepäcksannahme
Gepäcksannahme

Mit dem Taxi geht es weiter zum Busbahnhof, wo wir Abendessen und anschließend um Punkt 19.00 Uhr in unseren VIP Bus nach Kalaw einsteigen.

Bagan

Samstag, 06.02.2016

Um Punkt 06:00 Uhr erreichen wir Nyaung U bei Bagan. Eines muss man den Burmesischen Bussen lassen: ihre Abfahrts- und Ankunftszeiten halten sie verglichen mit den restlichen Ländern hier bis jetzt besonders gut ein.

Wie immer, werden wir gleich nach dem Aussteigen von einem Taxifahrer gefragt wo, wie und wann es denn weiter geht. Irgendwie hat es dieser Fahrer aber geschafft, das ganze auf eine sympathische Art und Weise zu machen (vielleicht auch wegen seinem lieben Kugelbauch), weswegen wir uns letztendlich zu ihm ins Auto gesetzt haben. Er hat uns nämlich einen kleinen Deal angeboten: wir umfahren mit ihm den hiesigen Ticketschalter in die 104 km²(!) große Tempelzone und sparen uns jeweils 25.000 kyats, dafür kostet die Fahrt mit Sonnenaufgangsstopp und anschließender Hotelsuche insgesamt 30.000. Ein fairer Deal!

Für den Sonnenaufgang bringt er uns zu einer recht touristischen Pagode, von der aus man aber eine ausgezeichnete Sicht auf die Landschaft hat. Trotz Touristen-Mengen können wir diese atemberaubende Stimmung des Sonnenaufgangs mit den Heißluftballons, die hier täglich in der Früh hochsteigen, genießen.

Info: Bagan war ursprünglich die Hauptstadt des Königreichs Pagan. Das erste Reich, welches die Regionen des heutigen Myanmars vereint hat. Die über 2000 Pagoden und Tempel hier wurden zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut. Könige, Adelige aber auch reiche Bürger und Händler ließen eigene Pagoden erbauen um sich so eine bessere Position im nächsten Leben zu sichern.

Gerade aufgegangen...
Gerade aufgegangen…

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Ein Blick in die andere Richtung...
Ein Blick in die andere Richtung…

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Die anschließende Hotelsuche in New Bagan dauert aufgrund der abartigen Preise länger als erhofft, und wir landen letztendlich im Bagan Beauty Hotel für 20$. Welches dem Namen leider nicht gerecht wird: Ein schäbiges Zimmer mit undichter Toilette und Sandsäcken als Pölstern, aber wir nehmen es trotzdem. Zum ersten mal verstehen wir, warum uns die Leute vor den hohen Preisen in Myanmar gewarnt haben. Ein Vergleichbares (eigentlich besseres) Zimmer hat in Kambodscha zb 4$ gekostet.

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Nach einem leider enttäuschenden Frühstück in einem „european friendly“ Restaurant gehen wir wieder zurück zum Hotel. Die Zeit vergeht im Flug und wir trödeln bis 13:00 Uhr im schäbigen Zimmer auf unseren elektronischen Geräten herum. So kann das nicht weiter gehen! Wir sind hier um die Tempel zu sehen, also nichts wie raus aus den Federn und rein ins nächste Restaurant ?.

Nach der Stärkung geht es aber wirklich los, wir mieten uns ein Elektromoped und fahren damit zu unserer ersten Pagode. Die Hitze ist kaum auszuhalten! Kein Schatten weit und breit! Lisa hat sich im Gesicht bereits einen kleinen Sonnenbrand zugezogen und da sich Flo auf den Sandstraßen mit dem fahren schwer tut, entscheiden wir bereits nach 20 Minuten, dass wir mit dem Erkunden wohl doch auf den späteren Nachmittag warten sollten. Mit Staub- und Sonnenschutz gehts zurück ins Hotel

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Um 16:30 geht es dann wieder los, wir suchen eine einsame Pagode für den Sonnenuntergang und werden bei der Riesenauswahl auch schnell fündig: Sin Byu Shin.

Wir sehen zwei Touristen am Dach der Pagode und wundern uns wie die da rauf gekommen sind. Selbst nach einer Umrundung und genauen Inspektion finden wir keinen Weg außer freeclimbing. Zum Glück kommen in diesem Moment diese Zwei aus dem Tempel heraus und wir fragen gleich nach ihrem Geheimweg. Es stellt sich heraus, dass all diese Pagoden innen kleine, versteckte Türen mit Stiegenaufgang haben. Wir sind froh, dass wir uns das Klettern ersparen und wissen worauf wir in Zukunft achten müssen. In den kommenden Tagen erkunden wir so noch viele Pagoden und obwohl wir wissen, wie wir suchen müssen, ist es nicht immer leicht den Aufgang zu finden bzw. durch zu passen. ?

Im Laufe der nächsten halben Stunde steigt die Zahl der Schaulustigen zwar von 2 auf 12, verglichen mit der Pya tha da Pagode, die im Lonely Planet als „Geheimtipp“ erwähnt wird sind wir aber immer noch ein Minigrüppchen.

Sin byu shin
Sin byu shin

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Schon oben am ersten Dach geht es mit Außentreppen weiter die nächste Ebene
Schon oben am ersten Dach geht es mit Außentreppen weiter die nächste Ebene

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Wie schön kann das doch sein wenn Natur und Architektur sich einander so toll ergänzen!

Das Elektromoped müssen wir um 19:00 Uhr wieder beim Vermieter hinterlassen, damit er es bis Morgen wieder voll aufladen kann. Wir versichern uns, dass er Morgen eh schon um 06:00 Uhr früh wieder da sein wird, damit wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang zu einer weiteren Pagode flitzen können und zahlen den für Heute ausgemachten Mietpreis von 5000 kyats. Hier sei angemerkt, der Vermieter hatte keinerlei Informationen von uns, weder Pass, noch Name, noch sonst irgendwas, und er wollte nicht einmal das Geld im Voraus haben! Sehr vertrauenswürdig, wenn doch vielleicht ein bisschen naiv ?.

Ohne elektrischem Hinterantrieb, sondern mit unseren eigenen 4 Beinen gehen wir zu dem auf Tripadvisor empfohlenen Kyaw Restaurant. Gleich als wir vor der Türe angekommen sind erwartet uns auch schon ein Kellner um uns die schlechten Nachrichten zu überbringen: es ist leider alles aus. Kein Besteck, keine Gläser, keine Tische, alles in Verwendung weil zu viele Gäste hier sind. Naja, dann halt morgen ?

Stattdessen gehen wir beim Nachbarn Essen und trinken zwei billige, aber schrecklich grausliche Cocktails zu unserem Dinner. Danach schauen wir noch im berühmtesten Party-Hostel der Stadt (Ostello Bello) vorbei, wo gerade ein Pubquiz stattfindet. Es wurden zwar schon mehr als die Hälfte aller Fragen gestellt, aber wir setzen uns dennoch zu einer kleinen Gruppe dazu um ein wenig auszuhelfen/mitzudenken.

Trotz unserer (mäßigen) Hilfe, schafft es unser Team nur auf Platz sieben von neun.

Danach gehts ab in die Heia!

Sonntag, 07.02.2016

Der Wecker läutet um 05:45 Uhr und wir sind „nur“ 20 Minuten später auf der Straße. Der Mopedvermieter vom Vorabend der uns noch gestern versprochen hat, dass er um 06:00 Uhr aufsperren wird, war natürlich nirgendwo zu finden. Wir sind also die Hauptstraße weiter gegangen und haben 200 Meter weiter bei jemand anderem gemietet. Zum Glück! Denn das heutige Moped ist um Welten schneller als das Gestrige, und außerdem hat es unter dem Sitz ein bisschen Stauraum. Für den Sonnenaufgang düsen wir dann in Richtung Westen, um außer der Sonne auch ein paar Pagoden im Blick zu haben.

Jede Pagode beinhaltet einen Buddha (meist eher 4)
Jede Pagode beinhaltet einen Buddha (meist eher 4 oder mehr)
Hier hat jemand den kleinen Aufgang zum Dach besonders schön gestaltet
Hier hat jemand den kleinen Aufgang zum Dach besonders schön gestaltet

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Den restlichen Tag verbringen wir auf kleinen Sandstraßen und in kleinen bis großen Tempeln. Zu Mittag ziehen wir uns ins Hostel zurück und spüren am eigenen Leib warum sich in Spanien und Italien die Siesta so durchgesetzt hat. Blog-Time! Bilder raussuchen und Artikel schreiben dauert insgesamt fast 3 Stunden, so dass wir es gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang wieder auf unser Moped schaffen. Diesmal auf eine ganz kleine Pagode.

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Ab durch die Marktstände  (laut Navi der richtige Weg)
Ab durch die Marktstände (laut Navi der richtige Weg)

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Ananda Pahto
Ananda Pahto
Hier hat ein Welpe es auf Flos Sarong abgesehen
Hier hat ein Welpe es auf Flos Sarong abgesehen

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Ab durch die Pampa
Ab durch die Pampa

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Am Abend essen wir beim Kyaw Restaurant ganz anständiges Risotto und ein köstliches, traditionelles Schweinecurry. Unser Hsipaw-Trekking Partner Ben ist heute auch in Bagan angekommen, also treffen wir uns auf einen Tee, schauen Fußball und tratschen ein bisschen.

Montag, 08.02.2016

Heute verzichten wir ausnahmsweise auf den Sonnenaufgang. Wir sind aber trotzdem relativ früh außer Haus (08:00 Uhr) und erkunden mal wieder die Tempellandschaft. Diesmal hat sich Lisa aber ein paar wichtige Pagoden mit schönen Wandmalereien aus dem Lonely Planet rausgesucht, die wir mit Taschenlampe ausgerüstet nacheinander abklappern. Fazit: wo sind hier die schönen Malereien? Es ist stockdunkel und wir fragen uns wofür diese Kunstwerke existieren, wenn man sie eh nicht sieht…

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Der viele Sand bereitet uns ein paar Schwierigkeiten.
Der viele Sand bereitet uns ein paar Schwierigkeiten.

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Zum Glück haben uns die Einheimischen gewarnt: "Watch your head"
Zum Glück haben uns die Einheimischen gewarnt: „Watch your head“
Dieser hässliche Tower ist wohl einer der vielen Gründe weshalb die Unesco Bagan nicht ins Weltkulturerbe aufnehmen will.
Dieser hässliche Tower ist wohl einer der vielen Gründe weshalb die Unesco Bagan nicht ins Weltkulturerbe aufnehmen will.

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Lisa fährt!
Lisa fährt!

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Das Mittagessen mit anschließender Ausruhpause verbringen wir in einem kleinen Dorf zwischen den vielen Tempeln. Die Palatschinke, die wir uns als Nachspeise gönnen, wurde in Schweinefett gebraten und erinnert mehr an Bernerwürstel als an ein Dessert.

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Nach dem Pflichtprogramm cruisen wir noch weiter herum und suchen nach einem schönen (einsamen) Platz für den Sonnenuntergang. Bei den Touristenmassen ist das aber leider nicht so einfach. Letztendlich landen wir bei der selben Pagode wie am Vorabend, die ist aber leider auch schon besetzt.

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Interessante "Restaurationstechnik": Ãœbermalen
Interessante „Restaurationstechnik“: Übermalen(?)

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Einmal heißt es auch durch eine Ziegenherde fahren
Einmal heißt es auch durch eine Ziegenherde fahren

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der "Geheimtipp" vom Lonely Planet
der „Geheimtipp“ vom Lonely Planet

Den Abend verbringen wir wieder mit Ben in einem Restaurant.

Dienstag, 09.02.2016

Sonnenaufgang! Ein letztes mal wollen wir die Heißluftballone beobachten und fahren wieder zu unserer (Sunset-) Stammpagode, weil wir hoffen sie von dort aus sehr nah sehen zu können. Wir warten, und warten, und warten. Die Ballone kommen nicht, und das obwohl die Sonne schon besonders hoch ist. Es scheint etwas mit dem Wetter nicht zu passen, also geben wir auf und machen uns auf den Weg zurück zum Hotel. Aber HALT! was ist das? Ein Ballon am falschen Ende der Tempellandschaft? Der Wind geht heute scheinbar in die andere Richtung als die Tage zuvor, wir haben einfach die ganze Zeit in die falsche Richtung geschaut. Also schnell zurück zur Pagode.

Kein Ballon weit und breit. Wir googeln das Problem.
Kein Ballon weit und breit. Wir googeln das Problem.
Flo hält Ausschau (in die verkehrte Richtung)
Flo hält Ausschau (in die verkehrte Richtung)

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Das Moped geben wir direkt nach dem Sonnenaufgang ab und gehen dann packen, duschen, fertigmachen, da wir heute Abend mit dem Bus nach Mrauk U fahren werden.

Die Tempel interessieren uns heute nicht mehr, wir verbringen den ganzen restlichen Tag im Ostello Bello (WLAN & Blog), wo wir mal wieder Ben und zufällig auch Erin vom Hsipaw Trek treffen.

Um Punkt 17.00 Uhr warten wir brav vor unserem Hotel auf den Pickup, der aber erst eine ¾ Stunde später auftaucht. Das war dann der Beginn einer 19 stündigen Busfahrt, noch ahnen wir aber nichts von unserem Glück.

Mandalay und der Nordosten

Freitag, 29.01.2016

Wir erreichen Mandalay um etwa 06:00 Uhr in der Früh. Am Busbahnhof lehnen wir alle Taxi-Angebote ab und gehen zur Hauptstraße, wo trotz der recht frühen Zeit viele Pickup-Sammeltaxis stadteinwärts fahren. Daumen hoch und schon werden wir mitgenommen. Einen Häuserblock von unserem Hotel entfernt springen wir ab. Unser Zimmer können wir leider noch nicht beziehen aber zumindest Zähneputzen und unser Gepäck abgeben. Nach einem Frühstück in der Umgebung mieten wir uns ein Moped und erkunden einen der unzähligen Tempel der Stadt: Mahamuni.

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Bis zum goldenen Buddha dürfen nur Männer
Bis zum goldenen Buddha dürfen nur Männer

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Dieser Bildschirm ist für die Frauen, die draußen sitzen müssen.
Dieser Bildschirm ist für die Frauen, die draußen sitzen müssen.

Danach machen wir einen kurzen Zwischenstop in unserem Hotel, beziehen unser Zimmer und essen Mittag um anschließend Mandalay Hill zu erkunden. Oben befindet sich eine Pagode (was sonst?) und andere religiöse Bauten. Außerdem hat man eine tolle Sicht auf die teils versmogde Stadt. Des öfteren wird uns auch angeboten unsere Hände lesen zu lassen, was sicherlich ein Spaß gewesen wäre. Leider müssen wir ablehnen, denn den Sonnenuntergang wollen wir bei der angeblich ältesten Holzbrücke der Welt verbringen und bis dorthin ist es noch ein weiteres Stück zu fahren. Weiter als wir dachten, und so kommt es, dass wir die Brücke erst exakt eine Minute vor Sonnenuntergang erreichen. Es war trotzdem schön ?

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Lisa lässt sich mit Tanarka-Paste beschmieren, was hier Gang und Gebe ist
Lisa lässt sich mit Tanarka-Paste beschmieren, was hier Gang und Gebe ist

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Flo versucht im Sarong zu verführen
Flo versucht im Sarong zu verführen

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Leider etwas zu spät für den schönen Sonnenuntergang
Leider etwas zu spät für den schönen Sonnenuntergang

Zum Abendessen erkunden wir den Nightmarket mit seinen Essenständen. Nachdem wir bei einem Dessert-Stand von allem etwas gekauft haben, müssen wir leider feststellen, dass uns genau eine der 8 Süßspeisen davon schmeckt und so schenken wir den Rest einem Straßenkind. Der kleine Bub wollte sich anfänglich nur ein kleines Stück nehmen, als wir ihm dann den ganzen Karton voll Süßkram in die Hand drücken, geht er mit einem breiten Grinsen und schnellen Schrittes davon.

Samstag, 30.01.2016

Unsere Frühstücks-Spiegeleier schwimmen in Fett. So sehr, dass wir zum abtupfen beinahe eine ganze Klopapierrolle (welche hier in Asien oft als Servietten dienen und auf jedem Tisch stehen) aufbrauchen. Was sich die Kellner wohl gedacht haben?

Heute geht es für uns weiter ins etwa 1,5 Stunden entfernte Pyin Oo Lwin. Da wir aber versuchen so günstig wie nur möglich unterwegs zu sein brauchen wir anstatt dieser 1,5 Stunden ganze 6?!? Da wären die 3€ mehr pro Person möglicherweise eine Investition wert gewesen.

An der uns empfohlenen Kreuzung finden wir zwar gleich einen Pickup der nach Pyin Oo Lwin fährt, dank Sprachbarrieren und dem hiesigen Zeitmanagement finden wir uns zwei Stunden später immer noch an der Kreuzung stehen. Die angeblich 30 Minuten bis zur Abfahrt haben sich zwar bei jedem Mal nachfragen nicht geändert, die tatsächliche Uhrzeit aber schon ?

Die Fahrt selber besteht dann neben einer langen Essenspause hauptsächlich aus ein- und ausladen von Waren die von A nach B gebracht werden. Sogar ein Moped wird mitgenommen. Wir machen uns nichts draus und finden, dass man so das Land ja am besten kennenlernt.

Die Autos werden in der Mittagspause mit Wasser gekühlt
Die Autos werden in der Mittagspause mit Wasser gekühlt

Pyin Oo Lwin diente  seinerzeit als Sommerfrische (frisch ist es tatsächlich hier!) für die Engländer aus Mandalay und ist bekannt für seine Erdbeeren. Kolonialgebäude und Kutschen erinnern noch an diese Zeit. Sowie unsere Unterkunft, die früher einmal einem reichen Engländer gehört haben muss.

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Sonntag, 31.01.2016

Nachdem Frühstück mit einer wirklich guten Erdbeermarmelade verbringen wir den heutigen Tag hauptsächlich in unserem Hotelgarten: Hängematte, Bücher, Federball, Welpen,…

 

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Unsere Hängematten
Unsere Hängematten

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Die Tischbauweise hier ist nicht gerade durchdacht
Die Tischbauweise hier ist nicht gerade durchdacht

Montag, 01.02.2016

Wecker um 06:45 und um 07:30 nehmen wir auch schon den Shuttle zum Bahnhof. Das heutige Tagesprogramm: Zugfahren! Tatsächlich soll die Landschaft zwischen Pyin Oo Lwin und unserem Zielort Hsipaw schön sein und vor allem über eine waghalsige Brücke führen: Goteik Viadukt.  Mit uns reisen Jess und Phil aus England (und Nord-Irland), die schon richtige Zugprofis sind, denn sie haben die letzten Monate Russland und die Mongolei per Zug bereist. Mit den zweien als Gesprächspartner wird einem nicht fad und so vergeht die eigentlich recht lange Zugfahrt relativ schnell. Phil ist seit heute Früh Veganer (für 30 Tage geplant, wegen seiner momentan schlechten Haut) und macht das bis jetzt schon ganz gut, denn er erzählt uns auch gleich davon und es vergeht kaum ein passender (oder auch unpassender) Moment wo dies unerwähnt bleibt. ?

Güter für den Zug
Güter für den Zug
auch Ziegen werden transportiert
auch Ziegen werden transportiert

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gleich gehts über die Brücke...
gleich gehts über die Brücke…
Mal wieder ein Hochzeitsshooting...
Mal wieder ein Hochzeitsshooting…

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Um etwa 14.00 Uhr kommen wir in Hsipaw an und  verabreden uns noch für den Abend bevor wir getrennte Wege zu unseren verschiedenen Unterkünften gehen.

Bei unserem Guesthouse buchen wir gleich eine 3-Tages Trekking-tour durch die umliegenden Bergdörfer für den nächsten Tag um 08:30. Ursprünglich wollten wir eine Tour machen, die sehr weit ins Hinterland bis zu dem Shan-Dorf Namsan führt, doch leider finden dort zur Zeit gerade wieder Kämpfe statt weswegen dieses Gebiet für Touristen gesperrt ist. (Info: Hsipaw gehört zum Shan State (eine ethnische Gruppe)) Es heißt, dass mit uns zwei weitere an der Trekkintour teilnehmen werden. Wir freuen uns, denn so wird es auch ein wenig günstiger.

Den Abend verbringen wir lachend und tratschend gemeinsam mit Jess und Phil.

Dienstag, 02.02.2016

Flo gehts schon seit gestern verdauungsmässig nicht so toll und auch die Nacht war nicht berauschend. Wir versuchen also diese 3-Tages-Wandertour um einen Tag zu verschieben. Und tatsächlich können die zwei Anderen (Erin aus Schottland und Tom aus Melbourne), die mit uns eingetragen sind die Wanderung um einen Tag verschieben. So verbringend wir den Vormittag gemütlich im Bett und am Nachmittag erkunden wir ein wenig die Umgebung der Stadt. Einige Pagoden und ein Kloster sind unter anderem die Highlights. Leider hat der Shan-Palast zu.

Das Kloster
Das Kloster
Flo passt sich brav an die Einheimischen an
Flo passt sich brav an die Einheimischen an

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Am Weg treffen wir zufällig wieder auf Jess und Phil und machen uns erneut ein gemeinsames Abendessen aus. Diesmal bei Mr Shake und nicht bei Mr Food wie am Vortag. Hier in Hsipaw muss man anscheinend um ein Gewerbe zu starten einfach ein Mr oder Mrs voran setzten und schon kann das Geschäft beginnen.

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Mittwoch, 03.02.2016

Heute gehts aber wirklich los auf unsere Trekking-Tour. Gestern haben sich noch zwei weitere Teilnehmer gemeldet und somit sind wir gemeinsam mit unserem Guide Sisi (gesprochen: Siesie) zu siebent unterwegs: Ben aus Manchester, Erin aus Schottland, Tom aus Melbourne, Yana aus Houston/Ukraine und wir zwei.

Es ist ziemlich heiß und somit ist es sehr angenehm, dass wir öfters eine kleine Pause einlegen. Wir wandern quasi von einem Snack zum nächsten.

Reisnudeln trocknen
Reisnudeln trocknen
Gewaschen wird im Flus
Gewaschen wird im Fluss

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Wachteleier als Snack
Wachteleier als Snack

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Alle haben hier kleine Solarpanele
Alle haben hier kleine Solarpanele

Um etwa 14:30 erreichen wir auch schon unsere Unterkunft für die Nacht. Beim Mittagessen wird allen mit Verdauungsproblemen ein „Wunder-Pulver“ angeboten. Fazit: Zimt-challenge auf gesund.

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Es folgt eine gemütliche Siesta. Am späten Nachmittag erkunden wir noch das Dorf und eine nahegelegen Teeplantage.

Frauen bringen Feuerholz ins Dorf
Frauen bringen Feuerholz ins Dorf

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Mit diesem Gerät wird der Tee klein gemacht
Mit diesem Gerät wird der Tee klein gemacht
Die Küche unserer Unterkunft
Die Küche unserer Unterkunft
Wohnzimmer
Wohnzimmer

 

Donnerstag, 04.02.2016

Zweiter Tag der Trekkingtour. Wir wandern gemütlich 5 Stunden bis zu unserem nächsten Homestay. Homestay mit Welpe! Lisa ist begeistert!

kurze Teepause mit coolen "Teetassen"
kurze Teepause mit coolen „Teetassen“

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Später erkunden wir noch das Dorf und bestaunen den „amazing tree“.

Wie auch schon am Vortag werden wir Touristen vor allem von den ganz kleinen Dorfbewohnern bestaunt. Und als Lisa mit Erin etwas abseits der Gruppe spaziert schwindet auch ein wenig die Scheu der Kinder.

Flo besteigt den "amazing tree"
Flo besteigt den „amazing tree“

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Diesmal haben wir unsere Schlafplätze im Wohnzimmer der Gastfamilie. Was ja eigentlich ganz gemütlich ist aber da sie mit offenen Feuer kochen und heizen und über keinen Rauchfang verfügen ist es ziemlich verraucht. Die Frage, weshalb sie hier alle keinen Rauchfang oder Kamin verwenden beschäftigt uns noch die nächsten Tage. Wir haben bis jetzt keine Ahnung.

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Wohn- und Schlafzimmer
Wohn- und Schlafzimmer

Freitag, 05.02.2016

Letzter Tag unserer Trekkingtour. Lisa hat ihren Schlafplatz direkt neben den hauseigenen Gebetsschrein. Und sowohl zum Einschlafen als auch zum Aufwachen knien 20cm neben ihr die Hausbesitzer und murmeln mit ihrer Mala (Gebetskette) in der Hand ihre Mantras. Auch ok nur Lisa ist sich unsicher, ob sie sich denn in diesen heiligen Minuten einfach daneben umziehen darf und so ist sie die letzte beim Frühstück.

Nachdem Frühstück heißt es Abschied nehmen von Nio dem kleinen Welpen. Lisa wird angeboten ihn mitzunehmen. Aber das lassen wir dann doch lieber sein. ?

Gegen Mittag erreichen wir eine Schule, wo wir dann auch Mittagessen. Danach gehen wir gemeinsam mit einer Schar an Schülern zu einem nahegelegenen Wasserfall und reden dabei mit den Teenagern englisch. Jedoch jeder Versuch die Konversation weiter zu führen als es die gelernten Phrasen zulassen ist unmöglich. Wir wurden alle etwa 1000 Mal dasselbe gefragt. Bei manchen Sätzen war es aber auch schwer herauszuhören, dass es eine neue Frage ist. Zum Beispiel waren „Are you happy?“ und „What are your hobbies?“ kaum auseinander zu halten. Vergeblich haben wir versucht heraus zu finden, ab wann und wie lange man in Myanmar in die Schule gehen muss.

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Im Pickup nach Hsipaw
Im Pickup nach Hsipaw
Ein Abschieds-Gruppenbild: v.l.n.r.: Ben, Tom, Sisi, Flo, Lisa, Yana, Erin
Ein Abschieds-Gruppenbild: v.l.n.r.: Ben, Tom, Sisi, Flo, Lisa, Yana, Erin

Anschließend fahren wir mit einem Pick-up Tuktuk zurück nach Hsipaw. Gemütlich packen wir unsere Sachen um, duschen und essen bevor wir um 18:30 Uhr von unserem Hotel abgeholt werden für unseren Nachtbus nach Bagan. Einer der Mitarbeiter steigt mit uns in den Pickup Truck und führt uns zur Busstation. Dort wartet schon ein luxuriöser Bus, ähnlich wie die, mit denen wir bisher gefahren sind, allerdings ist der nicht für uns.

Es heißt also warten, die eigentliche Abfahrt ist ja sowieso erst für 19:00 Uhr geplant. Um Punkt sieben kommt dann unser Gefährt angerollt. Ein schäbiger, alter Reisebus mit den schlechtesten Sitzen, die wir je fühlen durften. Keine einzige Sitzposition ist angenehm, weil sich immer irgendeine Metallstange durch die Rückenpolsterung drückt.. Das wird wohl eine schlaflose Nacht. ?

Die Fahrt ist lang und teilweise sehr kurvig, aber irgendwie schaffen wir es beide trotz der unangenehmen Sitze einzuschlafen und gar nicht mal so oft aufzuwachen.

Goldenes Birma

Sonntag, 24.02.1016 24.01.2016

Unser erster Tag in Myanmar (Burma). Zu aller erst die Frage: Burma, Birma oder Myanmar? Eine sehr schwierige Frage mit eigentlich keiner richtigen Antwort. Im Jahre 1988 änderte die damalige Militärregierung den offiziellen Namen des Landes von Burma auf Myanmar. Oppositionelle Gruppen verwenden jedoch bis heute den vorherigen Namen Burma. Tatsächlich ist aber Myanmar der ältere Name und wurde unter anderem schon im Jahre 1190 in einer Inschrift in Bagan verwendet. Der Name Burma hingegen stammt von den britischen Kolonialherrschern und bezieht sich eigentlich nur auf eine der vielen ethischen Gruppen des Landes: die Birmanen/Burmesen/Bamar.

Unser erstes Frühstück besteht aus Toast, „Erdbeer“-Jelly und einem harten Ei, welches, nachdem Versuch es zu schälen nur mehr die hälfte der Größe aufweist. Danach gehts auf zum Markt. Alles hier ist viel indischer als wir gedacht hätten. Die Männer tragen wieder (wie in Sri Lanka) Sarongs und kauen auch leider wieder ihre widerlichen Betelnüsse. Eine Art Aufputschdroge, die gekaut wird und den Speichel und Mund rot färbt. Doch dazu werden wir uns noch ein andres Mal detaillierter auslassen. (Widerlich). Der Markt stellt sich leider als sehr uninteressant heraus, und wir setzen uns an einen Straßenstand um einen „Shake“ zu trinken. Überall sehen wir die frischen Erdbeeren und freuen uns auf unseren Erbeershake. Dies stellt sich dann als ein mit der Hand zerquetschter Erdbeergatsch mit Wasser und viiiiieeel Zucker heraus. Und als wir dann sehen wie neben uns ein kleines Kind diese Erdbeeren zerstampft wird uns klar, dass dieser Shake-kauf wohl nachhaltig nicht korrekt war. ? Wir werden in Zukunft darauf achten.

Kolonialer "Charme" wie ihn der Lonely Planet beschreibt
Kolonialer „Charme“ wie ihn der Lonely Planet beschreibt
Coole Nähmaschinen
Coole Nähmaschinen
Betelnüsse werden mit irgendeinem Kleister zusammen in ein Blatt gesteckt und zum Kauen verkauft
Betelnüsse werden mit irgendeinem Kleister zusammen in ein Blatt gesteckt und zum Kauen verkauft
Unser Shake/Gatsch
Der Shake/Gatsch..
Unsere "Shake-Köche"
..und unsere „Shake-Köche“ 🙁

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Anschließend gehen wir weiter und kosten an verschiedenen Straßenständen das angebotene Streetfood. Teilweise sehr gut, teilweise sehr scharf. Nach diesem Mittagessen geht es auf zur Shwedagon Pagode, dem wichtigste buddhistischen Tempel der Stadt und möglicherweise auch des Landes. Angeblich beinhaltet diese 100 Meter hohe Pagode 8 Haare des Gautama Buddha und weitere Reliquien dreier früherer Buddhas. Laut Lonely Planet besteht diese mit Goldplatten und Edelsteinen besetze Pagode aus insgesamt 27 Tonnen Gold (!).

Doch nicht so hastig: sind wir denn überhaupt korrekt gekleidet? Laut dem strengen Türsteher-Team nicht. Lisa hat sich in weiser Voraussicht extra einen bodenlangen Rock angezogen und ein Tuch für die Schultern und Arme mit. Dieses Outfit hat bis jetzt immer ohne Probleme funktioniert und Flo hatte soundso noch nie Probleme, da er ein Mann ist. Doch diesmal reicht es wohl nicht, denn als sie uns einmal von oben bis unten von jeder Seite begutachtet haben meinen sie, dass Lisas Rock einen Schlitz auf der Seite aufweist, der möglicherweise Beinhaut zeigen könnte und Flos Hose zwar die Knie bedeckt aber nicht vollständig. Wir müssen jeweils zusätzlich zu dem Eintrittspreis von 8$ noch 5$ für einen Sarong bezahlen. Vor allem Lisa ärgert sich, da sie ja extra dran gedacht hat und der Grund wirklich lächerlich ist. Praktischerweise haben wir eine Sicherheitsnadel mit, mit der das Problem des teuflischen Schlitzes behoben wird. Und Flo muss sich halt wohl oder übel hier einen Sarong kaufen. Noch schnell die Schuhe ausziehen und schon können wir endlich die Gold- und Glitzerlandschaft begutachten.

Leider Gottes haben wir uns in der schon langen Zeit hier in Asien noch nicht an die (unser Meinung nach grauslichen) Gewohnheiten Rotz und Speichel betreffend gewöhnen können. Überall wird gespuckt und der von den Betelnüssen rot gefärbte Speichel klebt an vielen Wänden. So auch hier an diesem eigentlich heiligen Ort. Die Tatsache, dass wir hier barfuß herumgehen müssen wird uns zum Verhängnis. Jeder von uns schafft es einmal in einen undefinierbaren Schleim zu steigen. Mmmmmhmhh

Außerdem stellen wir fest, dass die Burmesen diese Tempelanlage auch als Schlaf bzw. Picknickort verwenden. Flo passt sich gleich an die hiesigen Bräuche an und schläft auch ein Weilchen während Lisa brav Fotos schießt.

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Handy aus der Tasche holen schaut mit Sarong sehr interessant aus
Handy aus der Tasche holen schaut mit Sarong sehr interessant aus
Buddhas werden mit Wasser übergossen und wir sind eifersüchtig auf die Dusche
Buddhas werden mit Wasser übergossen und wir sind eifersüchtig auf die Dusche

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Alle schlafen..
Alle schlafen..

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Flo passt sich an
Flo passt sich an

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Auch Katzen sind brave Tempelbesucher
Auch Katzen sind brave Tempelbesucher

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Flo ist eindeutig zu groß für die hiesigen Teleskope
Flo ist eindeutig zu groß für die hiesigen Teleskope
Ein bisschen Schlatze hier und da macht alles authentisch
Ein bisschen Schlatze hier und da macht alles authentisch

Anschließend besuchen wir noch einen nahe gelegenen Park und treffen eine Gruppe junger Westler, die hier z.B. als Lehrer in Privatschulen unterrichten.

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Wie so oft in Südostasien, werden wir auch hier Zeugen eines Hochzeits-shootings
Wie so oft in Südostasien, werden wir auch hier Zeugen eines Hochzeits-shootings

Am Abend geht es Richtung China Town um erneut burmesisches/chinesisches Streetfood zu kosten.

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Lisa probiert Kokosgatsch in Teighülle
Lisa probiert Kokosgatsch in Teighülle

Montag, 25.01.2016

Heute wollen wir weiter in den Süden nach Kinpun zum Golden Rock. Laut dem Hotelangestellten können wir einen Zug um 12.00 Uhr Mittags nehmen. Diese Information stellt sich am Bahnhof dann leider als falsch heraus und der nächste Zug geht erst um 18.45 Uhr am Abend. Hmm. Nagut dann nehmen wir halt den. Die Alternative wären Busse, diese sind jedoch um ein vielfaches teurer und fahren angeblich auch erst frühestens um 16.00 Uhr ab. Wir treffen ein deutsches Pärchen, dass ebenfalls vor hat unseren Zug zu nehmen. Um die Zeit mit unserem Gepäck tot zu schlagen beschließen wir spontan eine vom Lonely Planet vorgeschlagene Rundfahrt mit dem Zug zu machen. Dazu werden wir zuerst zu einem anderen Ticketschalter verwiesen und anschließend zum Bahnsteig 7. Am Weg dorthin werden wir aufgehalten und doch zu Bahnsteig 4 gelotst. Dort steigen wir auch schon in den noch stehenden Zug ein und warten auf die Abfahrt. Doch schon nach 5 Minuten steigen nach einer Durchsage alle Einheimischen aus und erklären uns, dass es der falsche Zug ist und wir alle zu Bahnsteig 1 müssen. Wieder werden wir am Weg von einem Bahnhofbeamten aufgehalten der meint, dass wir und paar Andere zurück in den Zug gehen sollen und weiter warten sollen. Ok. Schlussendlich werden wir erneut aus dem Zug geholt und zum Bahnsteig 5 verwiesen wo wir in den einfahrenden Zug steigen sollen. Dieser Zug stellt sich dann als tatsächlich richtig heraus und wir starten die Rundfahrt. Diese dauert etwa 3 Stunden und man tuckert dabei durch die Vororte Yangons während Einheimisch ein – und aussteigen.

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Essen ist auch immer im Angebot, Bussis darf man sich aber keine geben
Essen ist auch immer im Angebot, Bussis darf man sich aber keine geben
Einheimischer kurz vorm Absprung bei seiner Kreuzung
Einheimischer kurz vorm Absprung bei seiner Kreuzung
Zum Flugzeug-schauen wird schon mal geklettert
Zum Flugzeug-schauen wird schon mal geklettert
Up-Cycling nach Myanmar style
Up-Cycling nach Myanmar style

Während der Fahrt beginnen wir richtig hungrig zu werden und so gehen wir gleich nach der Wieder-Ankunft in Yangon zu einem Shan-Noodle-Shop (die Shan sind eine der 15.916.270.476.300.158 ethnischen Gruppen hier in Myanmar) und sind überrascht, wie gut es schmeckt, denn viele haben uns vorgewarnt und gemeint, das Essen in Myanmar sei nicht gut. Um die letzten 2 Stunden vor der Zugfahrt noch gemütlich zu verbringen setzen wir uns in ein nett aussehendes Cafe, das unter anderem Acid Trips anzubieten hat.

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In der Bar bitten wir die Angestellten ein Hotel in Kinpun anzurufen, da wir planmäßig erst um 23.00 Uhr in Kyaikto (10km von Kinpun entfernt) ankommen und da wahrscheinlich keine Busse/Pickups mehr nach Kinpun fahren werden und die Unterkünfte direkt beim Bahnhof eventuell bereits geschlossen haben könnten. Eine/r amerikanische BurmesIn (wir sind uns bis jetzt über das Geschlecht unklar) mischt sich ein und meint, dass der Zug den wir haben eine Katastrophe ist und überhaupt nichts für uns und wir sollen doch den Bus nehmen, der fährt direkt nach… und dort ist dann auch ein Raum wo wir schlafen können gratis.  Und überhaupt das Zugticket haben wir zwar schon gezahlt aber „that’s 2$, that’s nothing!“. Das die Cafe-Angestellten im Hintergrund alles mithören scheint ihr/ihm nicht unangenehm zu sein. Uns dafür umso mehr. Leider war sie schwer abzuwimmeln und wir wussten ja nicht wirklich bescheid und so ging Flo mit ihm/ihr zum Busschalter 3 Minuten entfernt und kauft uns zwei Tickets für 21.00.

Im Bus: EISKALT wie erwartet. Wir kennen die asiatischen Busfahrer und ihre Liebe zum sibirischen Winter zwar schon aber dennoch haben wir mal wieder unterschätzt wie kalt es wirklich wird. Nicht so die Einheimischen, die kommen bei einer eigentlichen sommerlich warmen Außentemperatur mit Daunenmänteln und Wollmützen bekleidet in den Bus (kein Scherz!). Über unseren Sitzen sind zwei Wolldecken verstaut und da in fast allen Nachtbussen der letzten Wochen Decken für jeden Fahrgast vorhanden waren, nehmen wir sie uns. Diese stellen sich im Laufe der Fahrt leider als privates Eigentum eines weiter vorne sitzenden Fahrgastes heraus. Dieser macht uns nämlich nach einiger Zeit des Nutzens mit einem sehr unliebsamen „DON’T TOUCH! DON’T TOUCH!“ darauf aufmerksam.

Um 2.00 Uhr Nachts erreichen wir den Ort Kinpun. Hier ist die Außentemperatur dann tatsächlich kaum wärmer als im Bus und wir bekommen einen Ort im „Schlafsaal“ zugewiesen. Wir hängen unsere Hängematten auf und stellen fest, dass es trotz mittlerweile 10 Kleidungsschichten eiskalt von unten kommt. Es ist nun das erste und bis jetzt einzige Mal an dem wir unsere Isomatten vermissen. Wir planen eventuell, gemeinsam mit einigen der Einheimischen aus dem Bus um 4 Uhr morgens die Pilgerwanderung auf den Berg zu starten. Jedoch beginnt es leider um etwa 03.00 Uhr furchtbar zu schütten, so dass wir diesen Plan gleich wieder verwerfen. Das waren also unsere willentlichen 30-40 Minuten des Pilgerdaseins.

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Dienstag, 26.01.2016

Regen, kalt, regen, kalt. Trotzdem bleiben wir bis etwa 09.00 in unseren Hängematten liegen. Anschließend machen wir Bekanntschaft mit dem wohl grindigsten Klo der Welt. Der Gestank war (un)menschlich und dank der vermeintlichen Betelnuss-Schlatze an den Wänden könnte man meinen hier wurde jemand umgebracht. Ein kleines Loch in der Ecke dienst als Abfluss… (Also nichts fürs große Geschäft ;))

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Bei den Temperaturen verstehen wir dann auch warum hier alle Suppe zum Frühstück essen und tun es den Einheimischen gleich. Wir machen und auf die Suche nach einem Hotel und verbringen die nächsten Stunden am Lesen unter einer warmen Wolldecke. Als dann der Regen tatsächlich aufhört beschließen wir schnell doch noch heute den Golden Rock zu besichtigen und gehen zur „Bus“station. Dort dienen Laster mit Bänken auf der Ladefläche als Shuttle um in nur 30 Minuten die Pilgerstätte am Berg zu erreichen. Abgefahren wird erst wenn (mehr als) genug Passagiere da sind.

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Wir haben großes Glück, denn wir erreichen die Endstation noch trocken. Kaum oben angekommen beginnt es zu Schütten. Der Weg zum Golden Rock ist gesäumt von kleinen Lokalen und Souvenirständen. Nicht für westliche, sondern für einheimische Touristen und Pilger. Wir setzen uns wo unter und trinken Tee bis der Regen aufhört.

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Disneyland Eingang
Disneyland Eingang

Jetzt aber auf zum Heiligtum. Dann heißt es Schuhe (und Socken) ausziehen. WAS? Bei den Temperaturen? Es sind ja noch 800 Meter bis zum Golden Rock und das hier kann doch unmöglich zu heilig für Schuhe sein: burmesischer Tschesolo-Mariazell-Mix mit unendlich hässlichen Souvenirständen, Handy- und Mobilfunkläden, Hotels,…. Das ganze denken wir uns natürlich nur und ziehen brav unsere Schuhe UND SOCKEN aus.

Es ist echt ein Jammer wie es tatsächlich möglich ist, eine doch wirklich tolle Naturformation und alte buddhistische Stätte so zu verschandeln. Hat man es allerdings erstmal geschafft den Badezimmerfliesen-Look der Umgebung auszublenden, so kann man sich doch die Schönheit und Spiritualität/Magie dieses Ortes vorstellen und vielleicht sogar ein wenig wahrnehmen.

Die gesamte Anlage um den Golden Rock..
Die gesamte Anlage um den Golden Rock..
..ist nicht die schönste
..ist nicht die schönste

 

Lisa darf leider nicht hinein..
Lisa darf leider nicht hinein..
..dafür möchten die Einheimischen mit ihr fotografiert werden
..dafür möchten die Einheimischen mit ihr fotografiert werden
Er kann auch schön sein
Er kann auch schön sein

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"Scherper" schleppen die Gepäckstücke der Pilger nach zu den Hotels am Gipfel
„Scherper“ schleppen die Gepäckstücke der Pilger nach zu den Hotels am Gipfel

Mittwoch, 27.01.2016

Heute geht es mit einem Pickup-Bus weiter nach Hpa-An. Der Fahrer ist einem Höllentempo unterwegs und nicht nur einmal haben wir Angst unser letztes Stündlein hätte geschlagen.

Eigentlich haben wir vor am Nachmittag den Berg Zwegabin zu besteigen und die Nacht in dem Kloster am Gipfel zu verbringen. Kaum in Hpa-An angekommen wird uns jedoch mitgeteilt, dass es angeblich regnen soll und tatsächlich kann man in der Ferne Regenwolken erkennen. Nach dem Mittagessen entscheiden wir uns doch in der „Stadt“ zu bleiben und suchen eine Unterkunft. Da fast ganz Hpa-An ausgebucht ist, ist das auch unser Nachmittagsprogramm. Zum Sonnenuntergang besuchen wir die nahe gelegene Bat-Cave aus der in der Dämmerung abertausende Fledermäuse fliegen. Die Armen machen das jeden Abend aufs gleiche und werden dabei von hungrigen Raubvögeln gejagt. Ein paar Fledermäuse werden täglich vernascht.

Am Weg zur Höhle
Am Weg zur Höhle
Bald ist es so weit, die Sonne ist schon untergegangen
Bald ist es so weit, die Sonne ist schon untergegangen

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Zufällig treffen wir dort auch auf das deutsche Pärchen, welches wir am Bahnhof in Yangon gesehen haben. Wir beschließen anschließend gemeinsam essen zu gehen und verbringen einen sehr lustigen Abend zu viert.

Donnerstag, 28.01.2015

Und es geht wieder weiter. Diesmal nach Mawlamyine. Dort organisieren wir uns gleich für den selben Tag einen Nachtbus nach Mandalay. In der Zeit bis dahin erkunden wir ein wenig die kleine Stadt:

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Hier können wir den kolonialen Charme tatsächlich sehen

Am Abend geht es dann 13 Stunden in einem eisigen Bus (was sonst) nach Mandalay. (13 Stunden kommen uns jetzt beim schreiben abartig lang vor, doch im Travel-Alltag nehmen wir diese Fahrzeiten schon als normal hin)

Insel!

Samstag, 26.12.2015

Heute fahren wir an den Strand. Oder zumindest in die Richtung. Das Ziel lautet Sihanoukville und ist 5 Stunden mit dem Bus entfernt. Leider hat die unfähige Dame an der Rezeption nicht mit einer Ticketreservierung helfen können, so dass wir im Endeffekt erst um 15.00 Uhr statt 13.30 Uhr abfahren.

Nicht so schlimm, dann können wir noch ein wenig durch die Straßen schlendern, gut Mittagessen und Shops abklappern.

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Als Tuktuk verwenden die Kambodschaner einfach einen Kutschenanhänger am Moped

Auf der Fahrt in den Süden kommen wir an riesigen Kleidungsfabriken vorbei, wo anhand der herausströmenden Menschenmassen offensichtlich gerade Dienstschluss ist.

Bei einer Raststation werden Chilis getrocknet
Bei einer Raststation werden Chilis getrocknet

In Sihanoukville werden wir von tausenden Tuktukfahrern förmlich attackiert, können sie aber wie immer abwimmeln und suchen zu Fuß nach einer Bleibe für die Nacht. Die Stadt ist voll mit (u.a. Sex-)Touristen, und wir sind froh, dass wir sie gleich morgen wieder verlassen werden um auf eine der umliegenden Inseln zu fahren.

Beim Abendessen sind wir noch einmal „mutig“ und essen von den gegrillten Shrimps nicht nur den Körper, sondern auch den Kopfinhalt indem wir stark dran ansaugen (so macht man das laut Internet zum Beispiel in Thailand). Um es nett auszudrücken: wir sind nicht begeistert.

Sonntag, 27.12.2015

Heute geht es auf die Insel Ko Ta Kiev, die angeblich am untouristischsten und unerschlossensten ist. Wir entscheiden uns für die Unterkunft „Crusoe Island“, da wir dort die Möglichkeit haben in unseren eigenen Hängematten zu campen.

Unser Transportmittel
Unser Transportmittel
Wir gehen vom Boot zu Crusoe Island
Wir gehen vom Boot zu Crusoe Island
Schwer zu erkennen, aber da ist ein Wegweiserschild
Schwer zu erkennen, aber da ist ein Wegweiserschild
Fertig aufgebauter Schlafbereich inklusive Gelsennetz aus Bangkok
Fertig aufgebauter Schlafbereich inklusive Gelsennetz aus Bangkok

Wir spazieren den Strand entlang und stellen fest, dass die Insel gar nicht so untouristisch ist weil täglich mehrere Boote mit Müllmachenden Tagestouristen den Strand verschmutzen. ? Dafür gibt es auch jede Menge Kühe, die wir nicht erwartet hätten:

Noch ist der Strand nicht verschmutzt
Noch ist der Strand nicht verschmutzt

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Ein kitschiger Sonnenuntergang
Ein kitschiger Sonnenuntergang

Strom gibt es auf dieser Insel nur durch Generatoren ein paar Stunden am Abend, Internet sowieso nicht – dafür ein gebasteltes Mühlebrett, und eine Gitarre die von uns intensiv genutzt werden.

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Das Duschwasser wird mit einem Kübel aus dem Brunnen gefischt und mit einem Schöpfer wird geduscht. Leider war das Wasser besonders braun und unappetitlich, aber es ist immer noch besser als „Salzkrusten“ auf der Haut. Am Abend gibt es dann noch ein Lagerfeuer und wir unterhalten uns mit ein paar anderen Gästen.

Montag, 28.12.2015

Wir haben erstaunlich lange geschlafen. Eigentlich haben wir erwartet, dass uns die Sonne um 06.00 Uhr aus den Federn werfen würde, aber weil wir uns so toll hinter einem Baum platziert haben, schlafen wir bis 10.00 Uhr! Es folgt ein morgentliches Bad im Meer und der Tag kann beginnen. ?

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Unser kleiner Privatstrand
Unser kleiner Privatstrand

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Heute gibt es am anderen Ende der Insel (Last Point) ein „Musikfestival“ also lassen wir uns ein Essen einpacken und machen uns auf den Weg dorthin.

Am Long Beach am linken Ende ist unser Camp. Die Party steigt bei der Hütte oberhalb vom Naked Beach (roter Pfad)
Long Beach: am linken Ende ist unser Camp. Die Party steigt bei der Hütte oberhalb vom Naked Beach (roter Pfad)

Ein Zwischenstopp bei Coral Beach (rechtes Ende von Long Beach) lässt uns ein bisschen eifersüchtig werden, sauberes Duschwasser und schönerer Strand als bei uns, dafür aber auch etwas teurer.

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Der Weg zum Last Point führt durch den Dschungel
Der Weg zum Last Point führt durch den Dschungel

Wir kommen gegen 16.00 Uhr beim Festival an und müssen feststellen, dass unsere Seite der Insel viel sauberer ist! Beim nächsten mal also Coral Beach ?. Die Musiker sind teilweise recht schlecht, teilweise ganz gut. Was jedoch wirklich schlecht war, war die immer wieder ausfallende Soundanlage.

Wir spielen Beach Volleyball und essen mäßige Pizza am Lagerfeuer. Lisa fühlt sich bei dem billigen Alkohol wie am X-Jam.

Irgendwann kommt die Durchsage, dass ein Boot zurück zur anderen Seite der Insel fährt. Das lassen wir uns nicht zwei mal sagen und ersparen uns somit den 1-Stündigen Heimweg im Dunkeln (mit Taschenlampen).

Die letzten 20 Minuten müssen wir trotzdem spazieren, da das Boot nur bis zu Coral Beach gefahren ist. Wir machen eine unheimliche Begegnung mit einer (Gift-?)Schlange ca. 100 Meter vor unseren Hängematten (Lisa hat erstaunlicherweise nicht geschrien). Wir haben jetzt beim Artikelschreiben gegooglet und es war entweder die harmlose Malayan Bridle Snake, die banded wolf snake, oder aber auch die ultragiftige (selbst mit Gegengift nur 50% Überlebenschance) Malayan Krait Snake. ?

Die Nacht ist heute viel kälter als gestern und Flo holt sämtliche Gewandschichten aus den Rucksäcken um sie heil zu überstehen. ?

Dienstag, 29.12.2015

Ein weiterer toller Start in den Tag: lange schlafen, im Meer baden, frühstücken. Heute wollen wir zu Fuß zum sogenannten Elephant Rock gehen um dort ins Wasser zu springen und eventuell am Weg ein paar einsame Strände zu finden.

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Lisa mit Flos warmen Sachen, nach der eisigen Nacht

Bei der Bar erzählt uns die dort arbeitende Neuseeländerin, dass sie selbst noch nicht dort war, aber von Leuten gehört hat, dass der Weg kurz vorm Ziel scheinbar schwer zu finden ist. Pffff. Wofür ist denn eine von uns Pfadfinderin? Das schaffen wir locker!

Oder auch nicht. Der Weg hört tatsächlich irgendwann einfach auf weil es zu Felsig wird und nicht klar ist wie man weitergehen soll. Zum Glück hören wir andere Menschen, die mit dem Boot angereist sind und gerade ins Wasser springen und wissen daher, dass wir wirklich kurz vorm Ziel sind.

Der Weg beginnt breit: die "Hauptstraße" der Insel
Der Weg beginnt breit: die „Hauptstraße“ der Insel
Es wird enger, aber noch gibts keine Probleme
Es wird enger, aber noch gibts keine Probleme
Es verdichtet sich
Es verdichtet sich
Felsen..
Felsen..
und jetzt?
und jetzt?

Wir versuchen es am Wasser entlang zu gehen, was aufgrund der vielen Felsen aber doch eher schwierig ist. In der Zwischenzeit sind die Bootsgäste längst weitergefahren. Irgendwie kommen wir dann zum Elephant Rock, ruhen uns im Schatten aus und essen vorerst mal unser mitgebrachtes Mittagessen.

Es folgen ein paar Sprünge ins Wasser:

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Weil Lisa wo anders runtergesprungen ist, leider keine Collage
Weil Lisa wo anders runtergesprungen ist, leider keine Collage

Gegen 16.30 Uhr treten wir den Rückweg an. Diesmal wollen wir es besser machen und den eigentlichen Weg doch noch finden. Das beginnt zunächst wieder einmal recht gut, die ersten 20 Meter sind eindeutig als Weg zu erkennen, aber dann stehen wir vor demselben Problem wie am Hinweg: der Weg verschwindet! Wir suchen ganze 30 Minuten im Unterholz des Dschungels und werden langsam Nervös: Flip Flops bei Schlangengefahr!, bald untergehende Sonne, alles sieht gleich aus.

Es geht rauf und runter, links und rechts, zwischenzeitlich versucht sich Flo als Tarzan und scheitert kläglich, aber irgendwann finden wir dann doch den Weg und kommen noch vor Sonnenuntergang wieder nach Hause.

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Rechtzeitig vor Sonnenuntergang zu Hause
Rechtzeitig vor Sonnenuntergang zu Hause
Wir beobachten die Krebse beim Versteck bauen
Wir beobachten die Krebse beim Versteck bauen

Zu unserem letzten Abendessen auf der Insel genießen wir ein köstliches Vegetable Amok und setzen uns danach gemütlich ans Lagerfeuer.

Mittwoch, 30.12.2015

Wir nehmen Abschied von der Insel und fahren mit dem Boot zurück nach Sihanoukville, nehmen den Bus nach Phnom Penh und organisieren ein Sammeltaxi nach Krati. Während der Fahrt im Sammeltaxi organisiert uns der Fahrer noch einen weiteren Transport in einem Gemüsehändlerauto bis nach Stung Treng, direkt vor der Laotischen Grenze.

Unser Strand vom Boot aus
Unser Strand vom Boot aus
Wir hetzen mit dem Tuktuk durch Phnom Penh zu unserem Taxi
Wir hetzen mit dem Tuktuk durch Phnom Penh zu unserem Taxi

Vor allem die letzten zwei Transporte waren sehr witzig, da wir die einzigen Touristen waren und der Gemüsewagen wirklich RANDVOLL mit verschiedenen Gemüsesäcken war. So voll, dass wir zu fünft auf der einzigen noch freien Rückbank sitzen mussten. Mit jeder starken Bremsung rückt die ganze Rückbank nach vorne und unser Beinbereich wird zunehmend enger. Im Radio gab es einerseits kambodschanischen Techno, andererseits asiatische Katzenjammermusik/Schlager. Eine weitere authentische Untermalung bieteten die ständigen Schmatz-, Rotzaufzieh-, Spuckgeräusche. Wir nehmen es gelassen und freuen uns, an einem Tag so weit zu kommen. ?

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Der Gemüsewagen

Killing Fields

Freitag, 25.12.2015

Schlimmer als die Bohrmaschine aus Battambang! Lisa hat mit ihren Pfadfinderfreunden ein Skype Date um 01.00 Uhr Wiener Zeit also bei uns um 07.00 Uhr. Flo, der in Ruhe vor sich hin döst wird von gefühlten 100 Partygästen aus dem Schlaf gerissen!!! ??

Nach dieser kurzen Skype session legt sich auch Lisa noch mal aufs Ohr und wir verlassen das Zimmer erst gegen Mittag. Weil Lisas Freunde uns für unsere bisherige Feigheit bei der Essenswahl gerügt haben (keine Schlangen, keine Käfer) entscheiden wir uns für kambodschanische Froschschenkel zum Frühstück/Mittagessen. Schmeckt – ja, ja Klischee und so, aber es stimmt! – wie Hendl!

Mmmmh Hendl.. ääh Froschschenkel
Mmmmh Hendl.. ääh Froschschenkel

Danach beschäftigen wir uns ein wenig mit der kamboschandischen (Zeit-)Geschichte und fahren mit einem Tuktuk zu den Killing Fields von Choeung Ek. Was sich hier abgespielt hat ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. So unfassbar grausam und unmenschlich! Als die Khmer Rouge 1975 an die Macht gekommen sind, haben sie sämtliche Städte innerhalb von 2 Tagen evakuiert und die – in ihren Augen – reinste Form des Kommunismus gegründet. Das bedeutet, dass sämtliche Einwohner die selbe Kleidung und Frisur tragen sowie im Agrarsektor tätig sein mussten und somit alle Intellektuellen Menschen (soll heißen: Mediziner, Lehrer, Brillenträger, Menschen die eine Fremdsprache sprechen konnten…) unnötig, ja sogar gefährlich waren und daher (mit samt der ganzen Familie) umgebracht wurden. Im Laufe der 4 jährigen Machtperiode wurden die roten Khmer – allen Voran der Anführer Pol Pot – immer paranoider und haben schlussendlich täglich mehrere 100 Menschen inklusive ihrer gesamten Familien getötet. Insgesamt wurden in den 4 Jahren von den ursprünglich ca. 7 – 8 Millionen Einwohnern 1,7 – 2,2 Millionen umgebracht!

Aus Geldmangel wurden keine Schusswaffen, sondern Hammer, Keulen oder ähnliches als Tötungswaffen benutzt. Auch Babies wurden aus Angst vor einem zukünftigen Rachezug an Bäume geschmettert und in Gruben geworfen.

Wirklich harter Tobak.

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Massengräber
Massengräber

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Überall wandern immer noch Kleidungs- und Knochenreste an die Erdoberfläche
Überall wandern immer noch Kleidungs- und Knochenreste an die Erdoberfläche

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Gedenkstupa mit mehreren Tausend Totenköpfen
Gedenkstupa mit mehreren Tausend Totenköpfen

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Nach diesem Anblick ist es aber noch nicht vorbei, denn wir besuchen noch das Tuol Sleng (bzw. S21) Gefängnis von dem aus die Gefangenen Reihenweise zu den Killing Fields gefahren wurden. Hier erwarten uns hunderte Portraitfotos, die den eben gesehenen Totenköpfen Gesichter geben und unsere Stimmung daher noch ein wenig weiter drücken.

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Der Stacheldrahtzaun diente der Suizidprävention
Der Stacheldrahtzaun diente der Suizidprävention

Ein guter, kurzer Artikel zu dem Thema ist auf Focus Online.

Viele Tuktukfahrer hätten nach den Killing Fields statt dem Gefängnis auch einen Ausflug zu einer Shooting Range mit Maschinengewehren und Raketenwerfern im Angebot. Das ist ein Package! Killing Fields und dann Shooting Range!? Was zum Teufel, das ist das mit Abstand taktloseste Touristenangebot, das man sich nur vorstellen kann. Bleibt nur die Frage, wer die Menschen sind, die dieses Angebot tatsächlich wahrnehmen.

Zu Hause angekommen skypen wir mit Lisas Familie und Flos Mutter und verarbeiten diese grausamen Anblicke erstmal mit einem recht langen Gespräch. Nach dieser kurzen Therapiestunde fühlen wir uns schon ein wenig besser und gehen noch Abendessen. Leider haben wir völlig auf unsere geplante Aerobic Stunde vergessen und können daher doch keinen Erfahrungsbericht schreiben. ?

Weihnachten

Mittwoch, 23.12.2015

Ahhh WAS IST DAS?!?!?! Punkt 07.00 Uhr: Schlagbohrer, Flex, Stemmmaschine,….

Zum Frühstück bestellt Lisa einen frischen Ginger-Lime-Juice aus der Speißekarte. Der Kellner wirkt etwas verwirrt und fragt seine Kollegen um Rat. Als das Getränk dann kommt wissen wir auch warum: pürierter Ingwer mit Zitronenwasser. Dickflüssig, unglaublich scharf, untrinkbar. Warum steht das dann auf der Speißekarte, wenn sie nicht wissen was sie damit meinen? Mit viiiiieel Wasser gehts dann 🙂

Heute geht es für uns weiter nach Phnom Penh. Um 10.00 Uhr werden wir dafür von einem Tuk Tuk abgeholt und zu einer Travelagency gebracht. Von dort werden wir von einem Minivan abgeholt, welcher uns zur richtigen Busstation bringt. Und dort warten wir dann auch wieder ein Zeiterl bis unser Bus kommt. Dieser stellt sich als der grindigste Bus der Welt heraus mit dem sowohl Lisa als auch Flo bisher gefahren sind. Das ganze wird nicht besser als wir sehen wie rechts vor uns eine Mutter ihr Kind einfach in den Vorhang schnäuzen lässt und halb gegessene Maiskolben am Sitz und Boden verteilt. Direkt hinter der Lisa sitzt eine Frau mit Mundschutz die sich während der gesamten 5-Stunden Fahrt im Zwanzigminuten-Takt mehrmals übergibt.

In Phnom Penh angekommen setzen wir uns erstmal in ein Lokal mit WLAN um uns nach einer netten Unterkunft für die Weihnachtstage umzuschauen. Sie darf mehr als 4$ kosten, muss dafür aber auch mehr Einrichtung und weniger Lärm als die letzte Unterkunft bieten. Richly it is. Tolles Preis-Leistungsverhältnis. Wir zahlen gemeinsam 19$ inkl. Frühstück und wohnen (fast) wie der König von Frankreich ?

Eine kleine Story aus dem Lokal in dem wir gesessen sind: Ein Angestellter (Kambodschaner) telefoniert auf englisch. Das Handy hält er dabei – wie auch schon viele in Sri Lanka – verkehrt, mit dem Bildschirm und Lautsprecher nach außen. Anscheinend versteht er sein Gegenüber nicht so gut (komisch – warum wohl), weshalb er das Telefon einem Westler (Hostel und Bar Besitzer?) gibt, der alles weitere am Telefon bespricht und abcheckt. Beim überreichen des Telefones legt der vermeintliche Barbesitzer das Handy natürlich richtig rum ans Ohr, woraufhin der Angestellte das Handy schnell noch mit dem Bildschirm und Lautsprecher nach Außen dreht. Aus Neugierde endlich das Rätsel zu lösen fragen wir den Besitzer, weshalb hier denn verkehrt Telefoniert wird. „Because they’re stupid“ aha – wir sind nicht ganz zufrieden mit der Antwort aber was solls.

Am Abend gehen wir in ein kleines Lokal essen und spazieren schon durch eine ganz nette hippe Bargegend. Phnom Penh eine eigentlich schirche Stadt mit aufstrebenden Hipsterläden.

Am nächsten Tag wieder in der hippen Bargegend!
Am nächsten Tag wieder in der hippen Bargegend!

Donnerstag, 24.12.2015

Alles andere als Weihnachtlich hier die Stimmung, aber das wird schon. Wir gehen wieder zu der hippen Gegend von gestern Abend und lassen uns von dem jungen französischen Barbesitzer ein Restaurant für heute Abend empfehlen. Chez Gaston, eines von vielen französischen Bistrots in der Stadt mit Weihnachtsspecials wie Foie Gras auf der Karte. Wir reservieren einen Tisch für 19.30 und spazieren durch die Stadt. Am späten Nachmittag können wir ein sehr witziges Phänomen dieser Stadt beobachten: täglich gibt es hier öffentliche Aerobic Stunden!

DSC08078 Sieht zwar bescheuert aus, ist aber äußerst lobenswert. Vor allem alte Damen sind hier jeden Tag aktiv 🙂

Wir nehmen uns vor, morgen auch an einer der Stunden teilzunehmen und gehen nach Hause um uns für das heutige Weihnachtsdinner in unsere besten Roben zu werfen (bei der Auswahl und den hiesigen Temperatur wird es dann eher doch nicht so schick).

Mit Keksdose, Reiseadventkranz und Miniaturkrippe gehen wir dann zu Gaston.

Es folgen 2 Stunden des vorzüglichen Fleischkonsums: Foie Gras, Carpaccio, Steak und Ente. Dazu gibt es französischen Wein und Kerzenlicht vom Miniaturkranz. So richtig weihnachtlich fühlt es sich zwar trotzdem nicht an, aber dafür schmeckt es vorzüglich.

Eine Nachspeise schaffen wir nach den Riesenportionen nicht mehr und somit packen wir unsere Kekse für die nächsten Tage wieder ein.

Wir lassen den Abend in einer Cocktailbar bei einem ebenfalls ausgezeichnetem Glas Whiskey Sour ausklingen und rollen den Heimweg auf unseren Bäuchen nach Hause.

Ein kurzer Einblick in die Verkehrslage, durch die man sich schlagen muss
Ein kurzer Einblick in die Verkehrslage, durch die man sich schlagen mussDSC08092 DSC08100 DSC08104 DSC08105
Weihnachtsbussi
Weihnachtsbussi links im Bild

Ein Tag am Boot

Dienstag, 22.12.2015

Wie so oft hier im Südostasien (v.a. Kambodscha), hält sich niemand an ausgemachte Zeiten. Unser Pickup zum „Hafen“ hätte um 06.20 Uhr vor der Türe stehen sollen, kommt allerdings erst um 07.20 Uhr an (offiziell verlässt unser Boot um 07.00 Uhr den Hafen). Noch dazu, sind wir die ersten Gäste die abgeholt werden, also folgt noch eine halbe Stunde Leute abholen. Sehr ärgerlich. Wir hätten einerseits eine Stunde länger schlafen können, andererseits wäre sich auch unser im Zimmerpreis inkludiertes Frühstück locker ausgegangen. Auf beides mussten wir wegen diesem unglaublich verspäteten Busfahrer leider verzichten.

Irgendwann erreichen wir dann den Hafen, um diesen mit ebenfalls mehr als zwei Stunden Verspätung zu verlassen.

Die Bootsfahrt ist einerseits sehr interessant und bietet uns einen Einblick in den Alltag der auf dem Wasser lebenden Fischerfamilien, andererseits ist sie mit insgesamt 8 Stunden vieeeel zu lange. Oder auch nicht, denn so wird einem erst die unglaubliche Dimension dieser schwimmenden Slums bewusst. Diese Menschen leben am Wasser, da sie entweder kein Geld, keine Berechtigung oder beides nicht haben um ein Stückchen Land zum wohnen zu erwerben. Das braune Wasser rundherum dient gleichzeitig als Toilette, Dusche, Abwasch und Fischgebiet. An diesem Tag war es so real wie noch nie: Wir haben sowas von im Lotto gewonnen in Europa geboren worden zu sein. Dennoch sind die vielen Kinder unglaublich glücklich und winken uns jedes Mal voller Freude zu.

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Hier kommen ein paar neue Fahrgäste zu uns
Hier kommen ein paar neue Fahrgäste zu uns

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Kleiner Supermarkt
Kleiner Supermarkt
Riesiges Fischernetz
Riesiges Fischernetz

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Schwimmende Küche mit FEUER!?
Schwimmende Küche mit FEUER!?

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Winkende Kinder
Winkende Kinder

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Sonnenuntergang - Die Fahrt war wirklich lange
Sonnenuntergang – Die Fahrt war wirklich lange

Endlich in Battambang angekommen nehmen wir ein Tuktuk in die Stadt und landen im Tomato Hostel. Um 4$ für das Doppelzimmer haben wir hier die günstigste Nacht bisher auf unserer/n Reise(n) (außer gratis Übernachtungen). Damit ihr auch sehen könnt, dass einem um dem Preis auch nicht viel geboten wird hier ein paar Impressionen:

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Sogar ein richtiger Duschkopf, da haben wir schon mal mehr Geld für weniger „Luxus“ bezahlt